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Petra Rüdisüli

Vier weitere Gemeindezusammenschlüsse

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Der Trend zur Bündelung der Kräfte der Zürcher Kirchgemeinden hält an. Nach dem zu Jahresbeginn erfolgten Zusammenschluss der Kirchgemeinden der Stadt Zürich gab die reformierte Kirchensynode grünes Licht für vier weitere Gemeindezusammenschlüsse.
Mediencommuniqué vom 26. März 2019


An ihrer ordentlichen Sitzung vom 26. März genehmigte die reformierte Kirchensynode Anträge für Gemeindezusammenschlüsse in vier verschiedenen Regionen der Zürcher Landeskirche:
Das Kirchenparlament besiegelte Fusionsprozesse im Thurtal, im Sihltal, im Eulachtal und im oberen Embrachertal.
Die Kirchgemeinden Seuzach, Rickenbach, Dinhard und Altikon-Thalheim-Ellikon vereinigen
sich zur Kirchgemeinde Seuzach-Thurtal, die neu insgesamt rund 6700 Mitglieder zählt. Beim
Zusammenschluss der Kirchgemeinden Adliswil und Langnau am Albis zur Kirchgemeinde Sihltal
gestalten über 6300 Mitglieder ihr Gemeindeleben neu gemeinsam. Mit der Vereinigung der Kirchgemeinden Embrach-Oberembrach und Lufingen wird auch im Bezirk Bülach eine Fusion Tatsache. Die vereinigte Kirchgemeinde zählt künftig rund 4200 Mitglieder. Eine ähnliche Grösse erreicht mit rund 4600 Mitgliedern auch die neue Kirchgemeinde Eulachtal. Sie vereinigt die Kirchgemeinden Elgg, Elsau und Schlatt im Bezirk Winterthur.

Hohe Zustimmung für Zusammenschlüsse
In seinen Anträgen begrüsste der Kirchenrat alle Vereinigungsprozesse: Sie ermöglichen eine Regionalisierung des kirchlichen Lebens und liegen auf der Linie, wie sie die Landeskirche im Prozess KirchGemeindePlus seit 2012 verfolgt. Mittlerweil haben über fünfzig reformierte Kirchgemeinden im Kanton Zürich eine Fusion vollzogen – jüngst auch die Kirchgemeinden der Stadt Zürich.
Kirchenrat Daniel Reuter zeigte sich erfreut und dankbar, betonte aber, der Erfolg von KirchGemeindePlusmesse sich nicht an der Anzahl vereinigter Kirchgemeinden: “Er misst sich daran, dass unsere Kirchgemeinden nahe bei den Menschen bleiben, mit profilierten kirchlichen Orten und vielfältigen Formen des Gemeindelebens.“ Alle vier Vereinigungen seien aus dieser Perspektive entwickelt worden, nicht aus Not oder aufgrund von Druck von oben, sondern mit der Absicht, die Zukunft an die Hand zu nehmen.
Im Namen der Geschäftsprüfungskommission empfahl auch Andrea Widmer Graf Zustimmung zu den vorliegenden Fusionsprojekten. Sie merkte an, dass an einigen Orten der Einbezug von weiteren Gemeinden sinnvoll gewesen wäre, da die Fusionsprozesse immer auch viel personelle Ressourcen binden würden. Für dieses Engagement dankte sie den Behörden der Kirchgemeinden, die die Debatte der Kirchensynode zum Teil auf der Tribüne des Rathauses mitverfolgten. Diesem Dank schloss sich auch Kirchenrat Daniel Reuter an. Er verwies überdies auf die hohe Zustimmung der Mitglieder vor Ort. Sie hatten die Prozesse überall mitgetragen und bei den Schlussabstimmungen im letzten Jahr jeweils überdeutlich zugestimmt. Der Ja-Anteil lag zwischen 80 und 94 Prozent.
Die Synodalen taten es den Stimmbürgern gleich und hiessen alle Zusammenschlüsse, bei lediglich ein bis zwei Gegenstimmen, klar gut.

Stärkung der Seelsorge bei Palliative Care
Die Kirchensynode überwies an diesem Morgen auch ein Postulat zur Stärkung des kirchlichen
Engagements im Bereich von Palliative Care. Hier sind nicht nur die Seelsorgerinnen und Seelsorger
in den Spitälern und Pflegeinstitutionen gefragt, wo ihr Einbezug bereits heute gewährleistet
und geschätzt wird, sondern vermehrt auch im ambulanten Bereich. Postulantin Jacqueline
Sonego-Mettner, Meilen, erinnerte daran, dass die Aufenthaltsdauer der Patientinnen und Patienten
im Spital kürzer wird und dass die Menschen öfter und länger zu Hause gepflegt werden. Es sei
deshalb wichtig, Seelsorge auch im ambulanten Bereich zu gewährleisten. Der zuständige Kirchenrat
Andrea Marco Bianco begrüsste den Vorstoss. Es sei wichtig, dass die Kirche hier investiere
und in der Pflege und Begleitung am Lebensende präsent sei. Sie müsse auch bei den ethischen
Fragen, die sich hier stellen, mitreden und die Menschen dabei begleiten und unterstützen.

Kirche und die Klimafrage
Für mehr Widerspruch sorgte das letzte Geschäft. Monica Müller, Synodale aus Dietlikon, hatte
dem Kirchenparlament eine Resolution zum „Handeln gegen den Klimawandel“ vorgelegt. Dass
auch die Kirche zur Bewahrung der Schöpfung gefordert sei, mochte dabei niemand bestreiten.
Vorbehalte gab es hingegen bei der Formulierung, die sich weitgehend an einer Resolution des
grossen Rates von Basel orientierte. Mehrere Synodale forderten eine vertieftere Auseinandersetzung
mit dem Thema und eine spezifisch kirchliche und theologische Argumentation. Gefordert
seien auch konkrete Massnahmen, die die Kirche selber umzusetzen bereit sei, statt nur das Gewissen
mit einer öffentlichen Erklärung zu beruhigen. Dieser Argumentation folgte eine Mehrheit
und erteilte der Resolution eine Absage.

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