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Petra Rüdisüli

Sternlauf zum Mueshafe

JuKi – Mueshafe<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>kirche-thalwil.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>512</div><div class='bid' style='display:none;'>5989</div><div class='usr' style='display:none;'>89</div>

Gelungener Start des H2OT-JuKi-Projekts «vom Mueshafe zum Sunedörfli». Wie ist es, als Bauer im Mittelalter die ganze Ernte zu verlieren, zu verarmen und schliesslich mit leeren Händen ohne Haus und Hof dazustehen? Oder als Söldner körperlich und seelisch verwildert, mausarm und ohne Zukunft aus dem Krieg zurückzukehren?
Monika Deuber,


Das erlebten 50 JuKi-Teilnehmende der 5. – 8. Klasse aus Horgen und Thalwil beim «Sternlauf zum Mueshafe» am Mittwochabend, 29. August 2018.
Ursprünglich geplant war ein Sternlauf von Morschwand bzw. von der Gattikerhöhe aus. Die Gewitterlage erforderte ein kurzfristiges Umplanen, sodass beide Gruppen beim Bahnhof Sihlwald starteten und das Programm im und ums Sihlwaldzentrum stattfand.

Nach einer Einführung über die Umstände im mittelalterlichen Zürich und einem Zeitsprung 500 Jahre zurück, fanden sich die Horgener als Bauern und die Thalwiler als Söldner wieder. Zu Beginn erhielten die Bauern Kartoffeln, um sie auf dem Weg nach Zürich zu verkaufen. Die Ernte war allerdings so schlecht, dass sie kaum etwas einnahmen und schliesslich erfuhren, dass sie auch Haus und Hof verloren hatten. Die Söldner bekamen je zehn Taler auf den Weg. Unterwegs hatten sie Gelegenheit, den Sold beim Trinken, Glücksspielen, bei Wahrsagern, Quacksalbern und Betrügern zu verprassen.
Hungrig und mittellos beschlossen beide Gruppen, ihr Glück als Bettler in Zürich zu versuchen. Dies war ein schwieriges Unterfangen, denn die reichen Bürger gingen achtlos an ihnen vorbei oder verteilten ihre Almosen nur willkürlich. Es gab zu viele Bettler, sodass die meisten mit leeren Händen zurückblieben.

Der Auftritt von Meister Zwingli mit seiner Rede vom Evangelium liess Bauern und Söldner wieder Hoffnung schöpfen: Alle hätten Anrecht auf Arbeit und gerechten Lohn. Die Stadt müsse Arbeit fördern, nicht das Betteln. Der Söldnerdienst müsse abgeschafft, das Evangelium praktisch gelebt werden und die menschliche Gerechtigkeit solle sich an der göttlichen orientieren. Nun galt es in Kleingruppen Argumente zu formulieren, um die Mächtigen in Zürich zu überzeugen.Eifrig diskutierten Bauern und Söldner, wie sie zu ihrem Recht kommen sollten.Mit guten Gründen und Ideen gewappnet traten sie vor die Zunftherren. Diese hörten sich die Anliegen an, vertrösteten die Armen aber auf später, alles müsse zuerst in den Zünften und im Rat diskutiert werden

Hungrig und ungeduldig zogen Bauern und Söldner unter lautem Protest zum Grossmünster. Zwingli hatte vorgesorgt und liess durch den Herold verkünden, dass der «Mueshafe» eingerichtet sei. Alle Hilfsbedürftigen sollten sich in Listen einschreiben,um eine Mahlzeit zu erhalten. Gross war das Gedränge, doch die Mues- und Brotverteilung verlief diszipliniert. Alle wurden namentlich aufgerufen und durften sich Birchermüesli schöpfen lassen. Beim Essen wurde noch viel diskutiert und gefragt. Bald standen die Thalwiler Taxis bereit, um alle Kinder nach Thalwil und Horgen zurückzubringen. Zuvor mussten jedoch alle via Zeitsprung in die Gegenwart zurückklettern.

Dank der schauspielerischen Talente und dem grossen Engagement der HilfsleiterInnen Elisa, Antony, Michael und Claude aus Horgen und Stefi, Elin, Mirjam und Jonathan aus Thalwil, der Kochkunst von Matthias und der guten Zusammenarbeit und Flexibilität von Christa Walthert, Jürg-Markus Meier und Monika Deuber wurde der Abend zu einem eindrücklichen
und lehrreichen Erlebnisfür alle Beteiligten.
Monika Deuber, Katechetin
Bereitgestellt: 27.09.2018     
aktualisiert mit kirchenweb.ch