Kirche am Weg Sihlcity-Kirche

IMG_4732web (Foto: Patricia Keller)

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Besuch der Sihlcitykirche
Vanessa Romero,
Am Samstag, 14. März 2015, besuchten wir, das heisst einige Konfirmandinnen und Konfirmanden, zusammen mit Patricia Keller die Sihlcity-Kirche am Kalanderplatz in Zürich und wurden von Pfarrer Jakob Vetsch in Empfang genommen, der uns viel Interessantes über die Kirche an diesem speziellen Ort erzählte. Die Kirche befindet sich hinter dem Kamin im Kulturhaus im oberen Stock. Sie liegt also etwas versteckt mitten im 2007 eröffneten Einkaufs-, Wohn- und Freizeitzentrum Sihlcity, in welches täglich um die 20‘000 Menschen strömen und bietet einen Ort der Ruhe und Einkehr inmitten des Trubels und des Konsums. Sie wurde wie das Einkaufszentrum im März 2007 eröffnet.
Die Kirche ist ein Angebot der reformierten, katholischen und der christkatholischen Kirche. Sie ist eine ökumenische und interreligiös offene Kirche, das heisst das seelsorgerische Angebot darf unabhängig vom Glauben genutzt werden. Sie steht also allen Menschen offen, auch solchen, die keiner Religion angehören, und steht daher für religiöse Toleranz. Daher finden sich auf der Eingangstüre auch alle Symbole der fünf Weltreligionen.
Die Räumlichkeiten bestehen aus einem Vorraum, der Kapelle, einem Empfang, einem kleinen Gemeinschafts- und Kaffeeraum und aus zwei Gesprächszimmern, wo die Seelsorger arbeiten. Die Räume sind nicht gross, insgesamt etwa 84 m2, und werden gemietet, also praktisch gleich, wie die anderen Geschäfte rund herum. Als Kirchenuhr gibt es eine spezielle Uhr ohne Zeiger, die im Gemeinschaftsraum hängt.
Das farbenfrohe Glasfenster in der Kapelle wurde vom bekannten Schweizer Künstler Hans Erni erschaffen. Es stellt eine Friedenstaube, einen Pegasus, die vier Elemente, Menschen verschiedener Hautfarbe und das Auge Gottes dar und steht für Friede und Gerechtigkeit für Mensch, Tier und Umwelt. In der schlichten Kapelle gibt es einige Stühle und Kerzen und es liegt ein Anliegenbuch auf, in welches man hineinschreiben darf. Auch liegen Bibeln und Heilige Schriften anderer Religionen wie der Koran auf und es gibt auch Gebetsteppiche. Leider mussten gewisse Heilige Schriften auch schon ersetzt werden, nachdem sie gestohlen worden waren.
Die Kirche wurde auch sonst nicht vor Übergriffen verschont. So wurde die symbolträchtige Eingangstür mit ihrer weissgoldenen Oberfläche mehrmals verkratzt. Auch wurde zum Beispiel das Symbol des Judentums als Ausdruck von Antisemitismus oder die Mondsichel am Tag der Abstimmung über das Minarettverbot beschädigt.
Nach den positiven Erfahrungen der Bahnhofskirche, die ebenfalls Menschen aller Religionen offen steht, beschloss man auch im neu zu bauenden Einkaufszentrum Sihlcity einen Ort der Stille anzubieten. Finanziert wird die Kirche zur Hauptsache von den Stadtverbänden der reformierten und der römisch-katholischen Kirchgemeinden Zürichs und der christkatholischen Kirchgemeinde. Die Kirche erhält auch immer wieder Spenden von den umliegenden Geschäften und Restaurants der Sihlcity. So stiftet das Restaurant Rüsterei jeweils die Suppe für den Mittagstisch im Winter, der jeweils am Mittwoch stattfindet. Neben den Seelsorgern arbeiten auch viele Freiwillige in der Sihlcity-Kirche.
Die Sihlcity-Kirche ist keine eigentliche Kirchgemeinde. Es werden grundsätzlich keine Gottesdienste abgehalten und nur ganz selten, bei besonderem Grund, Taufen oder Hochzeiten. Die Kapelle ist da zur Andacht, zum Gebet. Im Vordergrund der Arbeit der Pfarrer steht die Seelsorge. Täglich, ausser sonntags, steht ein Seelsorger oder eine Seelsorgerin allen Menschen unabhängig ihrer Herkunft oder Religionszugehörigkeit zum Gespräch zur Verfügung. Herr Vetsch machte uns aufmerksam, dass es auch die Möglichkeit gibt über E-Mail oder SMS Seelsorge zu erhalten: www.seelsorge.net. So kann man diskret und auch anonym um Hilfe bitten. Kosten tut es nichts.
Die Kirche steht also allen offen. Besucht wird sie auch oft von Angestellten des Einkaufszentrums.
Pfarrer Vetsch erzählte uns auch von seinen Begegnungen mit Menschen, die die Sihlcity-Kirche besuchten, beispielsweise von einer jungen deutschen Jüdin oder einer alten Frau, die keiner Religion angehörte und mit welcher er in Kontakt blieb, und die sich dankbar über einen solchen Rückzugsort äusserten. Diese Begegnungen bilden auch immer wieder Grundlage für das sogenannte Rastwort der Woche, das regelmässig erscheinende Wort zur Woche, das aufliegt und die Besucher mitnehmen dürfen oder das auch im Internet nachzulesen ist und das die Leser zum Innehalten anregen soll.
Fazit: Die Sihlcity-Kirche ist ein Ort der Stille inmitten des Trubels und Konsums, der allen Menschen, unabhängig von Nationalität und Religion, offen steht. Die Seelsorge steht im Vordergrund, wobei auch moderne Techniken (Internet- und SMS-Seelsorge) zur Anwendung gelangen und man anonym um seelischen Beistand bitten kann. Die Sihlcity-Kirche ist eine Art Insel des Friedens und der Toleranz.
http://www.sihlcity-kirche.ch

Verfasst von Vanessa Romero, unter Mithilfe von Sara Kolb
Bereitgestellt: 19.03.2015      
aktualisiert mit kirchenweb.ch
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