Petra Steiner

Nachdenken über Diakonie – mehr als ein Wort

26-02_Diakonie (Foto: Adobe Stock)

Diakonie klingt zunächst ein wenig nach Kirchengeschichte, schweren Büchern und langen Sätzen. Und ja, sie hat eine lange Geschichte. Das Wort kommt vom Griechischen «diakonia», es bedeutet schlicht «dienen». Diakonie gehört zum Wesen einer lebendigen Kirche. Wie lebt sie in Thalwil?
In der Bibel begegnet uns Diakonie überall dort, wo Menschen füreinander da sind, wo Brot geteilt wird, wo jemand zuhört, wo Not gesehen und nicht übersehen wird. Jesus hat Diakonie nicht erklärt, er hat sie gelebt.

Genau das ist Diakonie bis heute. Kein wohlklingender Begriff und kein Konzept, das in einer Schublade verschwindet, sondern tätige Nächstenliebe im Alltag, dort wo Menschen einander begegnen und zusammenleben. Mit einem modernen Wort gesagt: Es ist Solidarität aus einer christlichen Haltung.

In der reformierten Kirche Thalwil sind alle Mitglieder berufen «diakonisch» zu wirken, einander gemeinsam Sorge zu tragen, einander in schwierigen Lebenssituationen zu begleiten und zu be-suchen. Zudem gibt es professionelle Stellen, denen die Sozialdiakonie anvertraut ist. Leitend ist für ihre Arbeit, dass die Diakonie vor Ort lebendig, sichtbar, spürbar und vielfältig ist. Sie zeigt sich an vielen Orten. Unter anderem dort, wo Lebensmittel abgegeben werden an Menschen, die gerade zu wenig haben. Beim Tischlein deck dich wird «Food Waste» verhindert, und gleichzeitig werden Menschen mit kleinem Budget unter-stützt. Diakonie zeigt sich in niederschwelligen Beratungen zu lebenspraktischen Fragen – das geschieht ohne bürokratische Hürden und durch einfühlsames Zuhören.

Diakonie zeigt sich im kleinen Batzen für die Sommerferien oder vor Weihnachten und sie lebt im Brocki am Limit, wo gut Erhaltenes zu günstigen Preisen weitergegeben wird. Sichtbar und spürbar sind die vielen Anlässe und Treffpunkte für Seniorinnen und Senioren, sie haben ihre Mitte in der monatlichen Tischgemeinschaft im Kirchgemeindehaus. Ein gedeckter Tisch lädt an Heiligabend zur offenen ökumenischen Weihnachtsfeier ein, damit niemand allein sein muss, der das nicht möchte. Präsent ist Diakonie am Chranzen und Adventsmarkt, dort, wo Gemeinschaft entsteht, Kreativität geteilt wird und mit dem Erlös soziale Projekte im Inland und Auslandunterstützt werden. Auch die Spendenaktion in der Fasten-zeit dient dem Ziel der weltweiten Solidarität.

Die genannten Beispiele zeigen: Diakonie in Thalwil lebt still und kraftvoll zugleich. Sie wird möglich und wirklich, weil sich viele Freiwillige für diakonische Projekte engagieren.

Aktuell sind wir damit beschäftigt, unser diakonisches Wirken zu profilieren und das Diakoniekonzept zu überarbeiten. Nicht weil alles neu werden muss, sondern weil sich im gesellschaftlichen Le-ben neue Fragen stellen. Und weil Diakonie Teilhabe im Blick hat und von Gemeinschaft lebt. Vom Mitdenken und vom Miteinander. Vom gemeinsamen Entwickeln.
Barbara Kummer, Sozialdiakonin

Einladung zum Info- und Diskussionsabend
Mitdenken und Feedback geben

Wo stehen wir? Was ist angedacht? Was ist leitend?
Donnerstag, 16. April, 19.00 bis 21.00 Uhr,
im reformierten Kirchgemeindehaus
Bereitgestellt: 30.01.2026      
aktualisiert mit kirchenweb.ch
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