Zur Pensionierung von Felix Känzig

25-08_Felix (Foto: Petra Steiner)

Rede nur, wenn du gefragt wirst, aber lebe so, dass man dich fragt!
Unser Sozialdiakon Felix Känzig, der Ende August 2025 pensioniert wird, blickt zurück auf 36 Jahre Dienst in der reformierten Kirchgemeinde.
«Am 1. Dezember 1988 war mein erster Arbeitstag als Gemeindehelfer. Nach einigen Monaten im neuen Dienst erreichte uns die Anfrage von Pfr. Sieber, ob wir nicht eine Notschlafstelle für Drogenabhängige eröffnen könnten. Spontan übernahm ich die Projektgruppenleitung – eine herausfordernde Aufgabe. Auf einen Rekurs reagierten wir mit klärenden Veranstaltungen zum Thema Sucht und Drogen. Nach drei Jahren Notschlafstelle und der Erkenntnis, dass die betroffenen Menschen auch eine Tagesstruktur brauchen, wurde im Bezirk Horgen das Soziale Netz (SNH) gegründet und in Thalwil der Gotthard-Treff.

1992 bewilligte die Kirchgemeindeversammlung eine zusätzliche diakonische Stelle. Momentan arbeite ich mit der sechsten Kollegin, Barbara Kummer, im Team zusammen. Schon in den ersten Jahren gehörte nebst Sozialarbeit mit Fokus «Hilfe zur Selbsthilfe» auch die Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Seniorinnen und Senioren zu meinen Schwerpunkten. Die Kinderlager und die Seniorenferien ermöglichten besondere Formen der Gemeinschaft und eine Auseinandersetzung mit Glaubens- und Lebensfragen.

Seit 2008 war auch die Begleitung von Flüchtlingen ein Schwerpunkt in meiner Arbeit. Daraus erwuchsen die Encontro-Mittagessen und -Ausflüge, die Lebensmittelabgaben und die Gründung des H2OT-Brocki am Limit. Ein grosses Anliegen waren mir stets die ökumenische Zusammenarbeit und gute Verbindungen zu unseren kirchlichen Hilfswerken sowie die Kontakte mit Menschen in Israel und Palästina.

Von 2003 bis 2015 engagierte ich mich in der Synode, demParlament der Zürcher Landeskirche. Jahrelang wirkte ich auch im Vorstand und als Präsident des Berufsverbandes der Sozialdiakoninnen und Sozialdiakone ZAG mit. Stets war mir die «Stärkung der Diakonie» sowie die Friedensarbeit ein leitendes Ziel.

Ein Grund, wieso ich die Stelle nie gewechselt habe, ist die Vielseitigkeit meiner Arbeit, die spürbare Dankbarkeit sowie die Unterstützung der – oft wechselnden – Kirchenpflegen für neue Projekte. Sie akzeptierten auch mein politisches Engagement, bei dem ich mich stets für Menschen am Existenzminimum und Benachteiligte sowie u.a. für bezahlbaren Wohnraum einsetzte. Nichts macht mich wütender als Ungerechtigkeit hier und in der Welt.

Dass unser Gemeindeleben so farbig und vielseitig ist, ermöglichen in erster Linie die vielen Freiwilligen. Dies ist gelebte Gemeinschaft und Beteiligungskirche, die Kirche erst möglich macht. In Beratungssituationen und in der täglichen Arbeit hat mich die Gewissheit, dass wir alle Geschöpfe Gottes sind, gestärkt. So war mir in der Begleitung von Senior:innen der Einsatz für ein würdiges Leben bis zum Tod das wichtigste Anliegen.

Bedanken möchte ich mich bei den vielen Menschen, die mich in all den Jahren unterstützt und begleitet haben. Der grösste Dank gilt meiner Frau und unseren Kindern, die manchmal sehr viel Geduld und Flexibilität mit mir haben mussten.»

Sozialdiakon Felix Känzig
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Gottesdienst zur Pensionierung von Felix Känzig
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anschl. internationaler Apéro riche vor der Kirche (bei schlechtem Wetter im Kirchgemeindeahuus

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Danke Felix für 36 Jahre Engagement

Ende August 2025 wird Felix Känzig-Wolf offiziell pensioniert. Damit beendet er seine eindrücklichen 36 Jahre als Sozialdiakon der Evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Thalwil – eine Zeit geprägt von Engagement, Hingabe und grosser Menschlichkeit. Seinen Dienst begann er bereits am 1. Dezember 1988, nachdem er zuvor selbst Mitglied der Kirchenpflege gewe-sen war.

Felix hat über Jahrzehnte hinweg das soziale Leben unserer Gemeinde massgeblich gestaltet und bereichert. Besonders seine Arbeit mit Seniorinnen und Senioren bleibt vielen Menschen lebhaft in Erinnerung: Die ökumenischen Nachmittage, gemeinsamen Mittagessen, Ausflüge und Ferien haben eine Atmosphäre der Gemeinschaft geschaffen und viel Freude gebracht. Doch sein Wirken ging weit darüber hinaus: Felix war in der Einzel- und Familienberatung eine zentrale Anlaufstelle, leitete Ferienlager für Kinder, unterstützte tatkräftig Integrationsprojekte und begleitete zahlreiche Menschen in herausfordernden Lebenssituationen mit grossem Feingefühl und absoluter Zuverlässigkeit.

Ein besonderes Herzensprojekt war und bleibt für Felix die zweimal wöchentlich stattfindende Lebensmittelabgabe, die er nicht nur entscheidend mit aufgebaut, sondern über viele Jahre mit persönlicher Überzeugung geleitet hat. Auch nach seiner offiziellen Pensionierung dürfen wir uns freuen, dass er uns während einer Übergangszeit weiterhin mit einem reduzierten Pensum erhalten bleibt und sich für die Lebensmittelabgabe sowie alle Anlässe der Seniorenarbeit engagiert.

Felix’ nachhaltige Wirkung ist überall spürbar: Sein Humor, seine Bescheidenheit und seine aussergewöhnliche Gabe, Menschen auf Augenhöhe zu begegnen, haben unsere Kirchgemeinde nachhaltig geprägt und bereichert. Dafür danken wir ihm von Herzen und wünschen ihm für seinen neuen Lebensabschnitt weiterhin viel Erfüllung und Zufriedenheit.

Herzlich, Lukas Bärlocher, Kirchenpfleger
Bereitgestellt: 29.08.2025      
aktualisiert mit kirchenweb.ch
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