Gabriela Schöb

16.11. Orchester und Orgel à la française

THW-Konzert-Nov (Foto: zvg)

Das Orchester des Kaufmännischen Verbandes Zürich unter der Leitung von Sviatoslava Luchenko und Gerda Dillmann an der Orgel laden ein zu einem Streifzug durch die französische Musik, der von der Klarheit und dem Charme der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zur geistreichen Modernität der 1930er Jahre reicht.
Die 1855 entstandene Symphonie in C-Dur für grosses Symphonieorchester des erst 17-jährigen Georges Bizet ist ein Meisterwerk jugendlicher Frische und Eleganz. Sie ist als Studienwerk entstanden und wurde erst 70 Jahre nach Bizets Tod 1935 in Basel uraufgeführt. In ihrem klassischen Aufbau und ihrer Melodieführung ist sie stark von Bizets Lehrer Charles Gounod beeinflusst. Gounods eigene Petite Symphonie (1885) für neun Blasinstrumente strahlt die helle, gelöste Atmosphäre des späten 19. Jahrhunderts aus und gilt als Paradebeispiel für die Bläsermusik dieser Epoche.

Ganz anders das Konzert für Orgel, Streicher und Pauken in g-Moll von Francis Poulenc (1938). Es ist ein tiefgründiges und dramatisches Werk, das in seiner Form stark von der barocken Tradition inspiriert ist, aber mit Poulencs typischer, scharfsinniger Tonalität und rhythmischer Vitalität aufwartet. Es verbindet das majestätische, sakrale Instrument Orgel mit der profanen Welt des Orchesters und wechselt zwischen meditativer Innigkeit und explosiver Theatralik. Trotz der Ernsthaf-tigkeit des Stückes blitzt immer mal wieder eine fast schon frivole Heiterkeit auf – ganz der Beschreibung eines Kritikers zu seiner Zeit entsprechend, der Poulenc als Symbiose von Mönch und Dandy bezeichnete.
Gerda Dillmann, Organistin

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