Behütet unterwegs – unterwegs mit Gott und mir selbst
Die Zeit der Sommermonate ist Reisezeit: Ferien im In- oder Ausland, pauschal oder individual.
Die Möglichkeiten sind zahlreich.
Ob mit Familie, Partner:in, in der Gruppe oder alleine. Warum wir reisen? Die meisten Menschen reisen, um sich zu erholen, um etwas Neues kennenzulernen, neue Erfahrungen zu sammeln und bereichert und gestärkt zurück in das Alltagsleben zukehren. Tatsache ist: Wer reist – wer unterwegs ist –, lernt auch sich selbst besser kennen. Man nimmt sich Zeit zum Innehalten, nimmt Abstand von Gewohntem und betrachtet viele Dinge mit anderen Augen, weil sich das Umfeld und der Kontext, in dem man ist, verändert. Beim Reisen geht es immer auch um einen inneren Prozess des Unterwegsseins: Was freut mich, was ängstigt mich? Was will ich erleben? Wie weiss ich mir zu helfen, wenn etwas nicht nach Plan läuft? Wie ergeht es mir in ei-ner grossen Gruppe, wie erlebe ich einsame Stunden? Wie begegne ich Unbekanntem? Was gibt mir Struktur und Halt? Und eine Frage, die sich uns Menschen immer wieder stellt: Wohin bin ich eigentlich (wirklich) unterwegs? Gibt es ein klares Reiseziel? Und welchen Weg wähle ich?
Auch in der Bibel wimmelt es von Reisen. Die Menschen waren auch damals viel unterwegs, meistens jedoch nicht freiwillig, sondern wegen Hungersnöten, Krieg oder auf Befehl Gottes. So auch Abraham im Buch Genesis 12,1–13,4: Abraham (75) ist ein Realist. Er besitzt ein mittel-ständisches Unternehmen, ein «Hirten-KMU», und muss vernünftige Entscheidungen treffen. Er weiss, dass eine ungewisse Auslandsreise gerade in seinem Alter ein heikles Unterfangen ist. Dennoch nimmt Abraham den Auftrag Gottes, sich nochmals auf Reisen zu begeben, an.
Warum begibt sich Abraham auf Reisen? Er versteht es, ohne darüber zu sprechen, als Wegweisung Gottes, den er noch gar nicht richtig kennt. Er wird ihn unterwegs kennen lernen. Eine grosse Zukunft wird seiner Sippe in Aussicht gestellt. Gott hat ihm diese Hoffnung gegeben. Sein Unterwegssein wird ihn auch zu sich selbst führen, stets begleitet durch Gott. Tiefes Vertrau-en hilft Abraham bei so mancher Krise und schwierigen Entscheidungen, die er durchlebt.
Heute bin ich mir oftmals gar nicht bewusst, dass jede Reise ein Wagnis ist. Es gibt keine
Sicherheiten für diejenigen, die auf Reisen sind, die unterwegs sind zu sich selbst. Es gibt nur diese Kraft, die uns Menschen drängt, weiterzugehen, neugierig auf Neues zu sein, hoffnungsvoll für alles eine Lösung zu finden. Ich nenne diese Kraft Gott. Denn das Unterwegssein hört nie auf. Es gehört zum Leben. Ich darf wissen: Auf meinen Wegen bin ich behütet und darf mit dem Segen Gottes aufbrechen.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen erholsame Sommermonate:
Kraft zum Unterwegssein wünsche ich dir: Gottes Bestärkung in deinem Leben Begeisterung zum Aufbruch wünsche ich uns:(Pierre Stutz)
Herzlich, Pfrn. Julia Matucci-Gros