Walter Lüssi

Die Kirchenpflege informiert

Kirchenpflege informiert (Foto: Natascha Boha)

Wie bereits mitgeteilt, hat die Bezirkskirchenpflege Walter Lüssi als Sachwalter eingesetzt. Jetzt erläutert dieser, wie er seine Aufgabe sieht, und stellt sich und das neue Mitglied der Kirchenpflege, Ingo Titschack, vor.
Die Kirchenpflege ist in der reformierten Zürcher Kirche der «Gemeinderat» der Kirchgemeinde. Sie berät, entscheidet und vollzieht die ihr übertragenen Geschäfte. Sie führt die Verwaltung und verantwortet den Aufbau und das Wirken der Kirchgemeinde. Als besonderes Merkmal der reformierten Kirche tut sie dies zusammen mit dem Pfarramt. Auch der Gemeindekonvent, der alle Mitarbeiten-den der Kirchgemeinde umfasst, trägt an dieser Verantwortung mit.
Die Verantwortung ist also auf viele Schultern verteilt. Dabei sind die einzelnen Aufgaben von strategisch bis operativ unterschiedlich. Manchmal lassen sie sich nicht trennscharf voneinander abgrenzen. Je wichtiger eine Sache ist, die entschieden werden muss, desto grösser ist der Anspruch, Verantwortung gemeinsam zu tragen.
Wer mit der Kirchgemeinde verbunden ist, weiss aus eigenem Erleben und Beobachten: Die Anforderungen an das Miteinander von Ehrenamtlichen in der Kirchenpflege, von Pfarrpersonen und weiteren Mitarbeitenden sind hoch. Klarheit über die unterschiedlichen Rollen, Aufgaben und Kompetenzen, die jeder und jedem einzelnen zugewiesen sind, ist unabdingbar. Kirchgemeinde leiten geht nicht ohne das gemeinsame Gespräch, gegenseitige Wertschätzung und die Ausrichtung auf gemeinsame Ziele.
Leichter gesagt als getan! Was, wenn die Kirchenpflege seit Jahren nicht mehr vollständig besetzt ist? Was, wenn sich die finanziellen Verhältnisse verschlechtert haben? Was, wenn weniger Menschen mit weniger Kapazitäten mehr tun sollten? Dann entsteht Unruhe. Dann kann einem schon mal der Kragen platzen. Dann kommen Menschen an ihre Grenzen – bei allem Guten, das sie tun. Und das geschieht ja: Auch in Thalwil gibt es manche Menschen, die sich mit Freude engagieren und Kirche mit innovativen Projekten gestalten.
Wenn die Bezirkskirchenpflege mich seit Anfang August als Sachwalter eingesetzt hat, dann hat das mit den genannten Herausforderungen zu tun. Ein Sachwalter ist jedoch nicht die Lösung. Er hat die Aufgabe, während eines beschränkten Zeitraums zu ordnen, was in Unordnung geraten ist, mitzuhelfen, dass Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortung wieder klarer erkennbar sind. Schliesslich sollen Mitglieder für die Kirchenpflege gefunden und Leitung wieder in gewohnt demokratischen Strukturen wahrgenommen werden.
Als Sachwalter bringe ich viel Kirchenerfahrung mit. Ich bin selbst Theologe, war Gemeindepfarrer und Pfarrer für Menschen mit Behinderung, war mit kirchenleitenden Aufgaben betraut, im ehemaligen Tagungs- und Studienzentrum Boldern Studienleiter für Alters- und Generationenfragen und in den letzten Jahren bis zur Erreichung des Pensionsalters Ende 2020 Kirchenratsschreiber der Zürcher Landeskirche. Seit elf Jahren lebe ich in meinem Heimatort Uster. Ich freue mich, meine Erfahrungen und Kenntnisse für die Kirchgemeinde Thalwil einzusetzen. Die Aufgabe wird allerdings nur im Zusammenspiel mit den Mitarbeitenden und den verbleibenden Mitgliedern der Kirchenpflege, Marie-Carole Stevens, Nathalie Sommer und Ingo Titschack gelingen.
Ingo Titschack ist neu in der Kirchenpflege. Er ist 58 Jahre alt, verheiratet und hat zwei Söhne. Bereits kümmert er sich um das Ressort Gottesdienst und Musik. Er sagt: «Für mich hat der Gottesdienst einen zentralen Platz im Gemeindeleben. Das heisst aber auch, dass er möglichst viele in der Gemeinde ansprechen und abholen muss, dass auch neue Formate möglich sind. Ebenso heisst das, dass der Gottesdienst zum Mitmachen und Gestalten einladen soll.» Sein Motto, ein dem Reformator Martin Luther zugeschriebenes Zitat, übernehmen wir gerne für den neuen Anfang, den wir jetzt wagen: «Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, pflanzte ich noch heute einen Apfelbaum».
Walter Lüssi, Sachwalter

Hinweis
Walter Lüssi und Ingo Titschack werden sich im Ernte-Dank-Gottesdienst vom 26. September 2021 – im Labyrinth oder bei schlech-ter Witterung in der Kirche – auch noch persönlich vorstellen.
Bereitgestellt: 03.09.2021     Besuche: 107 Monat 
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