Denise Bartholdi

Diakonie ist tätige Nächstenliebe

Elias Loretz, Horgen, H2OT Gemeindereise Ostfriesl <span class="fotografFotoText">(Foto:&nbsp;Elias&nbsp;Loretz)</span><div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>kirche-thalwil.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>576</div><div class='bid' style='display:none;'>7052</div><div class='usr' style='display:none;'>562</div>

Diakonie ist ein altes Wort mit einer bemerkenswerten Geschichte. Man kann dieses Wort kaum übersetzen – das helfende, fördernde und humane Engagement der Kirche ist weit mehr als so etwas wie «christliche Sozialarbeit». So zeitlos und aktuell Diakonie bleibt, so wichtig ist es auch, sie stets in der Gesellschaft bekannt zu machen.
Vor kurzem wurden im beliebten Sonntagskrimi Tatort zweimal soziale Brennpunkte in Grossstädten thematisiert. In beiden Fällen fing das Unheil damit an, dass die Wohnungsmiete nicht mehr bezahlt werden konnte. Eine junge Frau, bedroht von Arbeitslosigkeit, entwickelte sich zu einer Rächerin. Im anderen Fall begann die Leiterin einer Anlaufstelle für Obdachlose, Geld zu veruntreuen, damit sie die ihr verfügte Mietzinserhöhung bezahlen konnte. In beiden Fällen kam mir der Gedanke: Was wäre passiert, wenn diese Frauen für Rat und Unterstützung bei der Kirche angeklopft hätten. Ich denke, die Miete wäre wohl unkompliziert und unbürokratisch bezahlt worden. Sicher nicht über längere Zeit, doch damit hätte wichtige Zeit gewonnen werden können. Zeit für Gespräche, für das Erzählen und Zuhören, für die Suche nach Lösungen. Zeit auch für Wertschätzung, Zuspruch und Ermutigung.
Sich Zeit nehmen für den Mitmenschen ist ein wesentliches Merkmal der Diakonie. Das ist nicht einfach so, sondern hat seinen Grund im Wirken und in der Verkündigung Jesu. Das Diakoniekonzept der Zürcher Landeskirche beschreibt eindrücklich Jesu Tischgemeinschaften als Urmodell der Diakonie. Menschen aus unterschiedlichen Lebenswelten finden sich an diesem Tisch, Starke und Schwache, Wissende und Zweifelnde. Indem die Eingeladenen aufeinander hören, einander stützen und fördern, können sie eine Solidargemeinschaft bilden. Gestärkt vom gemeinsamen Mahl werden sie ermutigt, im Alltag der Welt selber Zeichen der Solidarität zu setzen.
An Jesu Tischgemeinschaft offenbart sich ein weiteres charakteristisches Merkmal. Derjenige, der am Tisch dient, also der Kellner, ist der Diakon. Die Pointe bei Jesus zielt auf sein Verständnis des Dienens. Wer seinen Jüngern die Füsse wäscht, ist grösser als der, der sich bedienen lässt. Diakonie ist also im Wesentlichen ein Dienst, dienende Liebe – sie geschieht um Christi willen und sie gilt dem Nächsten, der Schwester und dem Bruder, einfach, weil es nötig ist. Die Landeskirche fasst das so zusammen: Diakonie ist «soziales Handeln aus evangelischen Wurzeln in der Kraft der Solidarität».
Diakonie als tätige Nächstenliebe ist eine Kernaufgabe und ein sichtbares Zeichen der Kirche. Von berufenen Einzelnen und von professionellen Mitarbeitern vor Ort praktiziert, schaffen Diakonie und Seelsorge Glaubwürdigkeit und verpflichten auch für die Zukunft. Was an Gutem getan wird, das soll gesagt und gezeigt werden.
Die Kirchen in Thalwil sind verlässliche Anlaufstellen für viele Menschen, die Rat suchen, die ein offenes Ohr brauchen oder solidarische Hilfe benötigen. Mit den vorliegenden Seiten möchten wir einen Einblick geben in die Vielfalt und die Tiefendimension diakonisch- seelsorgerischen Wirkens – lokal, regional und weltweit. Unsere Kirchgemeinde verfügt dabei über eine grosse Erfahrung und beruft sich auf ein Menschenbild, in dem Würde und Respekt gegenüber jedem Mitmenschen wegweisend sind.

Pfr. Jürg-Markus Meier
Bereitgestellt: 29.04.2021     Besuche: 26 Monat 
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