Denise Bartholdi

Gesprächsklima

Gespr&auml;chsklima <span class="fotografFotoText">(Foto:&nbsp;www.pixabay.com)</span><div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>kirche-thalwil.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>576</div><div class='bid' style='display:none;'>6930</div><div class='usr' style='display:none;'>562</div>

Es ist eine Binsenwahrheit:Reden ist Silber, Schweigen ist Gold. Oder wie es im Jakobusbrief steht: «Ihr wisst es doch, meine geliebten Brüder und Schwestern: Jeder Mensch soll schnell sein im Hinhören, langsam aber im Reden und erst recht langsam, wenn er zornig ist.» (Jak 1,19)
Zuhören können verändert unsere menschliche Kultur. Der Ordensgründer Ignatius von Loyola hat prägnant formuliert, «dass jeder gute Christ bereitwilliger sein muss, die Aussage des Nächsten zu retten, als sie zu verurteilen; und wenn er sie nicht retten kann, erkundige er sich, wie jener sie versteht; und versteht jener sie schlecht, so verbessere er ihn mit Liebe; und wenn das nicht genügt, suche er alle angebrachten Mittel, damit jener, indem er sie gut versteht, gerettet werde.»
Es war die Zeit der konfessionellen Dispute, in der es darum ging, das Gegenüber von der einzig gültigen Wahrheit zu überzeugen. Heute haben wir die konfessionellen Gräben hinter uns gelassen, wir wollen, die eigenen Lehrmeinungen gegenüber anderen Kirchen nicht mehr durchsetzen. Vielmehr geht es darum, in einer säkularen Umgebung gemeinsam das christliche Glaubens- und Kulturgut zu stärken.
Wie würde es in der globalen Politik und auch in unserem Privatleben aussehen, wenn wir diesen Rat von Ignatius von Loyola mehr berücksichtigen würden? Zuhören, verstehen wollen, auf das Gegenüber eingehen. Dann aber auch selber sprechen, das sei vor allem denjenigen gesagt, die sich zurücknehmen und kaum wagen, ihre – begründete – Meinung mitzuteilen. Denn das fordert ein guter Dialog. Dass wir unsere Überzeugungen so begründen, dass die Gesprächspartner sie nachvollziehen und gegebenenfalls annehmen können. Ich denke, es ist diese Dialogund Begegnungskultur, die ein Miteinander fördert, die Freiheit lässt und gerade dadurch
Verständigung ermöglicht.

Pfrn. Rahel Walker Fröhlich
Bereitgestellt: 29.01.2021     Besuche: 47 Monat 
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