Denise Bartholdi

Bfa 2021: Biblische Denkanstösse für Klimagerechtigkeit

Bfa <span class="fotografFotoText">(Foto:&nbsp;www.pixabay.com)</span><div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>kirche-thalwil.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>576</div><div class='bid' style='display:none;'>6929</div><div class='usr' style='display:none;'>562</div>

Der Klimawandel ist eine globale Herausforderung und ruft zum Handeln auf. Die Hilfswerke setzen sich in der ökumenischen Kampagne 2021 für «Klimagerechtigkeit – jetzt!» ein, sie berufen sich auf das biblisch motivierte Leitwort, die Schöpfung zu bewahren.
Die 24-jährige ugandische Klimaaktivistin Vanessa Nakate sagte vor kurzem, der Klimawandel sei für ihren Kontinent nicht das Problem der Zukunft, sondern die Katastrophe der Gegenwart – der Kontinent Afrika dürfe nicht vergessen werden. Die Hilfswerke plädieren in ihrer Kampagne für einen bescheideneren Ressourcenverbrauch und für Solidarität mit den Menschen, die jetzt bereits stark unter den Folgen des Temperaturanstiegs leiden. Dem biblischen Erbe verpflichtet, sprechen sie von der Bewahrung der Schöpfung. Im Schöpfungsbericht im Buch Genesis gibt Gott den Menschen, also Frauen und Männern, den Auftrag, sich die Erde untertan zu machen. In unserer Zeit wird dieses biblische Wort oft kritisiert und verantwortlich gemacht für die Zerstörung der Umwelt und den schrankenlosen Raubbau. Es lohnt sich darum den Text genauer zu lesen. Der Auftrag «machet euch die Erde untertan» bedeutet nämlich zweierlei: Erstens wird dem Menschen erlaubt, Ackerbau zu treiben und zweitens meint es eine sorgende und pflegende Herrschaft über die Tiere. Von Tiertötung zum Zweck der Nahrungsbeschaffung steht hier noch nichts. Der Mensch wird als Vegetarier dargestellt. Er soll Getreide und Baumfrüchte essen, Pflanzen also, die des Anbaus bedürfen. Den Tieren wird als Nahrung Kraut und Gras zugewiesen. Hier wird also ein friedliches Zusammenleben zwischen Tieren und Menschen beschrieben, eine Art Utopie. Auch wenn später, nach der Katastrophe der Sintflut, Tierschlachtung und tierische Nahrung dazukommen, bleibt die grundlegende Erkenntnis: Die von Gott eingerichtete Schöpfung ist gut, ja sehr gut.
Vom biblischen Anfang her lässt sich eine einseitige Verdinglichung der Natur und Verfügungswillkür nicht legitimieren. Hingegen lässt sich die fürsorgliche Seite stark machen: Wir können im Einklang mit Tieren und der ganzen Schöpfung leben, Nachhaltigkeit ist uns nichts Fremdes. Die ökumenische Kampagne, die vom 17. Februar bis zum 4. April dauert, will Zusammenhänge aufzeigen und appelliert an ein vielseitiges Engagement in Politik, Wirtschaft und Kirche. Unser Land hat diverse Möglichkeiten sich solidarisch zu verhalten. Sei es durch finanzielle und technische Unterstützung anderer Länder oder durch die Umstellung auf erneuerbare Energiegewinnung. Angesichts der «Katastrophen der Gegenwart» ist es dringend, dass Staaten und Einzelne mehr Verantwortung übernehmen, wenn wir den globalen Temperaturanstieg auf 1,5 °C begrenzen wollen. Wir sind alle zu ökologischer Umkehr und Klimagerechtigkeit aufgerufen.

Pfr. Jürg-Markus Meier
Bereitgestellt: 29.01.2021     Besuche: 52 Monat 
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