Zeichen setzen

child <span class="fotografFotoText">(Foto:&nbsp;www.pixabay.com)</span><div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>kirche-thalwil.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>576</div><div class='bid' style='display:none;'>6885</div><div class='usr' style='display:none;'>562</div>

In letzter Zeit beschäftigt offenbar nicht nur mich zunehmend die Frage, welches Gewicht Kirchen und Religionen weltweit setzen könnten, wenn es um so grosse Themen wie Verantwortung, Klimaerwärmung, Gerechtigkeit und vieles Dringendes mehr geht.
Sie bemerken die Wahrscheinlichkeitsform. Denn es ist alles andere als klar, wie sich die Weltengemeinschaft organisieren soll, um Politik und Wirtschaft die Stirn zu bieten, die mehr denn je aus dem Ruder laufen. Die harten Bewährungsproben zur Verteidigung von Recht und Demokratie sind neuerdings nicht nur in den USA und in Weissrussland kaum zu begreifen. Trotz grosser, anhaltender, mutiger Proteste mag es nicht einmal mehr die Zivilgesellschaft wirklich zu richten. Manch eine/r fragt sich in schier schmerzlicher Verzweiflung, wo denn Menschlichkeit, humanistische Kultur und Glaube ans Gute im Menschen bleiben. Müssten sie in so grossem Stress nicht viel kräftiger den Irrungen entgegentreten? Wer wären die eigentlichen Träger solch korrigierenden Tuns? Spontan denke ich an die grossen Weltreligionen und die Tatsache, dass die meisten Erdenbürger/innen einer von ihnen angehören – oft unterschwellig auch in atheistisch definierten Staaten. Ich vermisse, dass ihre Stimmen gehört werden, und frage mich, woran das liegen mag: Furcht? Einschüchterung? Partikularinteressen? Unterdrückung? Verdrängung? Bescheidenheit? Machtpoker? Darüber sollten wir uns dringend unterhalten vor Ort und weltweit in unseren Kirchen und im interreligiösen Dialog: Wie wir als Teile der Weltbevölkerung, als Teile der Schöpfung laut(er) werden können, um gemeinsam entschlossen und mutig Zeichen zu setzen und so grosse, vereinende Werte wie Glaube und Kultur zu reklamieren. Damit daraus die globale Kraft entstünde zur Rückgewinnung und zur Bewahrung der Menschlichkeit, der Gerechtigkeit und der stimulierenden Kräfte hin zum guten Leben hier und jetzt ebenso wie dort und über die Generationen hinweg in aller Zukunft.
Martin Klöti, Präsident der Kirchenpflege ad interim
Bereitgestellt: 31.12.2020      
aktualisiert mit kirchenweb.ch
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