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Petra Rüdisüli

Brasilien, ein Beispiel der Selbstregulierung

costa-rica-2400159_1280 —  https://pixabay.com/de/photos/costa-rica-monteverde-urwald-2400159/<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>kirche-thalwil.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>600</div><div class='bid' style='display:none;'>6799</div><div class='usr' style='display:none;'>89</div>

Am 17. Juli meldete Radio SRF, dass der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro auf Druck der fünfzig grössten brasilianischen Industrieunternehmen die Brandrodungen im Amazonas und im Pantanal gestoppt hat. Die Unternehmen hatten befürchtet, dass der internationale Druck aufgrund der Beseitigung des Urwalds zum Boykott ihrer Produkte führt. Investoren hatten gedroht, ihr Geld aus der brasilianischen Fleischindustrie abzuziehen, sollte Bolsonaro kein Einsehen zeigen.
Es sind also wirtschaftliche Eigeninteressen, welche zur Selbstregulierung geführt haben. Oder Risikoabwägungen der Industriellen zwischen fragwürdigen Produktionsmethoden und unerlässlichem Kundenvertrauen. Auf steigenden Druck aus aller Welt war letzteres höher gewertet worden.

Die Regierung Bolsonaro hatte solange am Tipping Point agiert, dem Punkt also, an dem ein System kippt, bis sich die brasilianischen Unternehmen gezwungen sahen, die Notbremse zu ziehen. Die Reaktion der Wirtschaft kommt nicht von ungefähr, sondern ist das Resultat der jahrzehntelangen Arbeit. Umwelt-, Friedens- und Hilfsorganisationen leisten solch entscheidende «Aufklärung». Darin reihen sich die Kampagnen von Brot für alle, Fastenopfer und weiteren kirchlichen Werken ein, die für Gerechtigkeit, Würde der Umwelt und Frieden einstehen.

Daraus ist auch die aktuelle Konzernverantwortungsinitiative hervor gegangen. Man mag ihre juristische Umsetzbarkeit in Frage stellen. Tatsache ist, dass sie über grosse Signalwirkung verfügen kann und die Unternehmen in die undiskutable Pflicht nehmen wird, konsequent Augenmass zu halten und Mensch und Umwelt zu schützen.
Martin Klöti, Kirchenpfleger
Bereitgestellt: 21.09.2020     Besuche: 60 Monat 
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