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Petra Rüdisüli

Abschied und Neuanfang

Frankreich<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>kirche-thalwil.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>600</div><div class='bid' style='display:none;'>6793</div><div class='usr' style='display:none;'>89</div>

Abschied nehmen gehört zum Leben. Immer wieder erleben wir Abschiede – kleine und grosse, leichte und schwere. Abschiede tun weh – man muss Liebgewonnenes zurücklassen – zugleich verbirgt sich in jedem Abschied aber auch ein Neuanfang. Erst wer Altes loslässt, erhält Raum für Neues.
«Abschied nehmen bedeutet immer ein wenig sterben.» Abschiede widerfahren uns manchmal aus heiterem Himmel. Manchmal sind sie lange erahnt, irgendwie gewünscht und dann doch ein Schock. Abschiede, auch wenn vorhersehbar, geplant und «vernünftig» angegangen, erschüttern uns immer, weil sie innerlich ein Stück von uns wegnehmen. Abschiede betreffen nicht nur Tod, Unglück, Auseinanderbrechen oder Beenden von Beziehungen, sondern auch den Abschied von liebgewordenen Ideen, vergangenen Zeiten, von Wünschen und Sehnsüchten.

Wie lässt sich Abschied nehmen lernen?
Vielleicht dadurch, dass ich mich im Hergeben und im Loslassen übe. Der Mensch ist ein Sammler und will alles festhalten, was er im Laufe des Lebens gewonnen hat. So häuft sich eine beeindruckende Fülle an, die zu ihm gehört und nicht verloren gehen soll. Da gibt es nicht nur die vielen Dinge, die wir erworben haben und als unseren Besitz hüten, da gibt es die vielfältigen Beziehungen und die vielen Erinnerungen; all das, was wir geleistet und aufgebaut haben, unser Ansehen, unsere Persönlichkeit.
Vielleicht müssen wir manchmal eine Inventur vornehmen und das, was entbehrlich ist, aussortieren.
Das Tröstliche ist wohl: In jedem Abschied wohnt ein neuer Anfang.

Auch unserer Kirchgemeinde stehen Abschied und Neuanfang bevor. Ende Oktober werde ich nach fast 30 Jahren im Amt meine Stelle infolge Frühpensionierung aufgeben. In einer für mich persönlich schwierigen Lebenssituation begann ich am 1. März 1991 zunächst als Vertreter in Thalwil. Es folgten dann meine ordentliche Wahl als Pfarrer und bewegte Jahre. Viele Kollegen und Kolleginnen sah und erlebte ich kommen und gehen. Und nun ist es auch Zeit für mich von hier Abschied zu nehmen.

Ich bin unserer Kirchgemeinde für vieles dankbar, dass ich im Laufe der Zeit erfahren durfte. Vor allem den vielen Mitarbeitenden, die unsere Kirchgemeinde am Leben erhalten, bin ich zutiefst verbunden. Nun hoffe ich, dass wir gemeinsam am Sonntag, dem 18. Oktober meinen Abschied im Gottesdienst und anschliessend bei einem kleinen Imbiss und mit Musik der «Roberto Bossard Band» im Kirchgemeindehaus feiern können. In dieser unruhigen Zeit wissen wir ja nie, was morgen sein wird.
Alle, die jetzt Abschied nehmen müssen oder nehmen werden und weiter gehen, möge dieser irische Segen begleiten:

Möge dein Weg dir freundlich entgegenkommen.
Möge die Sonne dein Gesicht erhellen.
Möge der Wind dir den Rücken stärken und der Regen um dich herum die Felder tränken.
Möge der gütige Gott dich in seinen Händen halten.


Mit den herzlichsten Segenswünschen
Pfr. Ulrich Bona
Bereitgestellt: 17.09.2020     Besuche: 74 Monat 
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