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Petra Rüdisüli

Interview mit Doris Schwendimann aus dem Pflegezentrum Serata

Baum von Doris Schwendimann<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>kirche-thalwil.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>600</div><div class='bid' style='display:none;'>6696</div><div class='usr' style='display:none;'>89</div>

Bericht von Doris Schwendimann aus dem Pflegezentrum Serata 1, deren Bewohnerinnen und Bewohner gleich wie die Abteilung Oeggisbüel seit dem 13. März von der Aussenwelt abgeschottet leben.
Doris, wie geht es euch im Serata?
Am Abend des «Shut Down» hatte ich Besuch von einer Freundin. Wir wollten noch in den Park, als es hiess, dass alle Auswärtigen sofort das Serata verlassen müssten. Sehr bald wurden auch einige von uns umquartiert, um Quarantänezimmern Platz zu machen, was einiges an Unruhe mit sich brachte und die Stimmung zusätzlich trübte. Mir tun besonders die Menschen leid, die nicht mehr in der Lage sind, ein Telefon zu bedienen und dadurch noch mehr vereinsamen. Das Restaurant steht still, und sehr wenige gehen in den Park, weil ja auch die freiwilligen Helferinnen und Helfer nicht mehr ins Haus kommen und sie begleiten können. Um den Abstand unter uns zu wahren, wurden die Esstische vergrössert. Wir versuchen es mit Humor zu nehmen, aber natürlich handelt es sich dabei auch um Galgenhumor.

Du hast mir Zeichnungen geschickt, die du in dieser Zeit angefertigt hast.
Ich bin dankbar, dass mir der Einfall dazu gekommen ist. Wenn ich im Park bin und zeichne, erlebe ich dies als Meditation. Ich geh in mich hinein und kann abschalten. Nehmen wir doch die Bäume: Sie sind noch im Wintergewand, haben diesen aber bereits überlebt und ihre Brachzeit vollendet. Ihre Säfte sind noch in ihrem Inneren gesammelt und warten nur noch auf die Zeit für einen neuen Austrieb. Für mich ein Symbol für meine eigenen Reserven, die ich mir in dieser Unsicherheit, die auch Ängste auslöst, für einen Neuanfang bewahren will. Gleichzeitig denke ich auch an die vielen, die zu Hause auch nicht anders als wir eingesperrt leben … Wir haben zwar das Pflegepersonal und die Mitbewohnerinnen und -bewohner, aber das sind Menschen, die unser Leben nicht kennen. Weder sie noch wir haben einander ausgesucht. Gleichwohl bekommen wir natürlich mit, wie die Corona-Krise nicht nur unseren eigenen Familien, sondern auch ihnen und ihren Angehörigen zu schaffen macht. So sind wir gleichwohl im selben Boot.

Wie bist du denn mit der Aussenwelt verbunden?

Ich telefoniere sehr viel, bin aber auch übers Internet mit vielen im Kontakt. Auch im Haus habe ich mich zum Vorlesen anerboten. Du siehst, ich bleibe aktiv.

Vielen Dank, Doris, für diese Eindrücke aus deiner Quarantäne.

Das Interview geführt hat Pfr. Arend Hoyer
Bereitgestellt: 28.04.2020     Besuche: 49 Monat 
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