Aktuelle Berichte

Petra Rüdisüli

Von Karfreitag zu Ostern

passion-3111247_pixabay congerdesign 2 —  https://pixabay.com/de/photos/passion-kreuz-karfreitag-grab-jesu-3111247/<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>kirche-thalwil.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>600</div><div class='bid' style='display:none;'>6630</div><div class='usr' style='display:none;'>89</div>

An Karfreitag erinnern wir uns des Todes Jesu am Kreuz. Das Sterben ist ihm nicht leichtgefallen. Es war für ihn genauso eine Qual und schwer zu akzeptieren wie für jeden von uns. Jesus stand in der Mitte seines Lebens. Auf dem Höhepunkt seines Wirkens.
Und da sollte er sterben? Er selbst wehrte sich dagegen. Vielleicht, weil er darin keinen Sinn sah? Weil dann alles, was er getan hatte, umsonst wäre?


Ob wir diesen Tod wohl besser verstehen würden, wenn wir eine Grunderfahrung in unserem eigenen Leben betrachten? Eine Grunderfahrung, die jeder Mensch macht. Die Grunderfahrung: Umsonst.

Es gibt zwei Arten von Umsonst-Erfahrungen: die eine, die Enttäuschung bedeutet, Verzicht und Leere bringt. Da bin ich der Verlierer. Bei der anderen bin ich der Beschenkte. Ich habe nichts riskiert, nichts investiert, nichts gegeben, nichts geleistet. Umsonst habe ich etwas bekommen. Es ist mir in den Schoss gefallen. Zugefallen. Das Umsonst des Todes wird zum Umsonst des Lebens. Das Kreuz. Der sterbende Gottessohn. Es ist aus. Das tiefste, unverstehbarste Umsonst. Eingehüllt in das Dunkel des Glaubens. Nur mit Schaudern können wir erahnen, dass Gottes Liebe dieses Zeichen setzen wollte: für uns.
Alle Feindseligkeit und Aggression, aller Hass und Neid, aller Sadismus und Egoismus werden zu einem einzigen sinnlosen Umsonst vor diesem sterbenden Jesus: Er hält dies alles aus, er nimmt dies alles an, nimmt es auf sich, schlägt nicht zurück, leidet es aus. In seinem Tod finden all diese Dinge ihren Tod: «In der Welt habt ihr Angst. Aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.» (Johannes 16,33)

Das Leben.
Jesus blieb nicht im Tod. Wäre er nicht auferstanden, wäre unser Glaube Unsinn, umsonst. «Nun aber ist Christus von den Toten auferweckt worden als Erstling derer, die entschlafen sind.»
(1. Korintherbrief 15,20)
Und er verwandelt durch seine Auferstehung das Umsonst des Todes in das Umsonst des Lebens: «Und er sagte zu mir: Es ist geschehen. Ich bin das A und O, der Anfang und das Ende. Ich werde dem Durstigen von der Quelle des Lebenswassers zu trinken geben, umsonst!» (Offenbarung 21,6)
Tod und Leben gehen mitten durch die Umsonst-Erfahrungen unseres Lebens hindurch.

Aber: «Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt.» (Johannes 11,25)
Das heisst doch, dass es kein Umsonst unseres Lebens gibt, das nicht den Keim des neuen
Lebens in sich trüge.

Ich wünsche Ihnen einen nachdenklichen Karfreitag und frohe Osterfesttage.
Pfr. Ulrich Bona

Bereitgestellt: 27.03.2020     Besuche: 40 Monat 
aktualisiert mit kirchenweb.ch
Datenschutz
Impressum