Aktuelle Berichte

Petra Rüdisüli

Bfa 2020: Lokales Saatgut sichert Ernährungssouveränität

Bohnensamen aus Kolumbien —  www.sehen-und-handeln.ch***https://sehen-und-handeln.ch/fuer-pfarreien-und-kirchgemeinden/bilder-zum-herunterladen/<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>kirche-thalwil.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>600</div><div class='bid' style='display:none;'>6573</div><div class='usr' style='display:none;'>89</div>

Saatgut steht im Mittelpunkt der ökumenischen Kampagne 2020 von Brot für alle und Fastenopfer. Die Kampagne bringt Denkanstösse für eine Landwirtschaft, die unsere Zukunft sichert und stellt die Frage: Wem gehört das Saatgut?
Biblische Propheten wie Elia oder Amos verteidigten schon in alttestamentlicher Zeit – unter Berufung auf eine gerechte und gottgefällige Gesellschaftsordnung – die Kleinbauern und ihre teilautonome Lebensweise vor den Forderungen der Grossgrundbesitzer.


Das verweist auf ein Grundproblem, das heute noch aktuell ist, wie der aktuelle Umgang mit dem Saatgut zeigt. Saatgut ist Grundlage für Leben und Nahrung. Saatgut ist auch ein lukratives Geschäft. Das führt zu Spannungen. Zurzeit werden 70 % der Nahrungsmittel weltweit von bäuerlichen Betrieben produziert und nicht von der Agrarindustrie. Die Kleinbauern verwenden dafür Saatgut, das sich unter den gegebenen klimatischen Bedingungen besonders eignet. Sie züchten, vermittelt durch langjährige Praxis, Samen mit spezifischen Eigenschaften. Diese sind resistenter gegen Schädlinge, Trockenheit oder salzhaltige Böden. So tragen sie zur Artenvielfalt bei und leisten einen wichtigen Beitrag für eine ökologische Landwirtschaft.

Doch diese Züchtungen der Kleinbauernfamilien sind gefährdet. Heute dominieren drei internationale Saatgutkonzerne den Markt für industriell und gentechnisch produziertes Saatgut. Konzerne und Freihandelsabkommen verlangen strikte Saatgut- und Sortenschutzgesetze. Kommerzielles Saatgut soll geschützt, gentechnisch veränderte Pflanzen sollen zugelassen werden.

So entsteht ein Zwang, dass nur noch zertifiziertes Saatgut verwendet werden darf. Saatgut
wird kontrolliert und monopolisiert. Bauern und Bäuerinnen sollen ihr Saatgut nicht mehr tauschen und verkaufen können. Es droht der Verlust der Eigenständigkeit und die zunehmende Abhängigkeit von den Agrarkonzernen. Die ökumenische Kampagne setzt sich unter Berufung auf die UNDeklaration – unterstützt auch von der offiziellen Schweiz – für die Rechte der Bäuerinnen und Bauern ein und plädiert für die Stärkung der kleinbäuerlichen Landwirtschaft mit traditionellem Saatgut. Das sichert die Ernährung, schützt vor Landflucht und ist auch eine der vernünftigen Antworten auf die Bedrohungen durch den Klimawandel.

In Thalwil sammeln wir Geld für zwei Projekte, je zur Hälfte für ein Bildungsprojekt für Kinder in Madagaskar und für ein Projekt in Niger. Dort geht es um stabile Nahrungsgrundlagen mit Hilfe
von ausgewähltem Hirse- und Bohnensaatgut.
Pfr. Jürg-Markus Meier

Bereitgestellt: 17.02.2020     Besuche: 49 Monat 
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