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Petra Rüdisüli

Zum Jahreswechsel

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Einen guten Rutsch ins Neue Jahr?
Für den Jahreswechsel wünschen wir uns alle «einen guten Rutsch» ins Neue Jahr, aber niemand weiss eigentlich so richtig, warum wir denn über die Jahresschwelle «rutschen» (d. h. gleiten) sollen.
Weil es glatt und eisig auf den Strassen sein könnte? Oder weil über Schwellen zu schreiten auch immer etwas Gefährliches an sich hat? Wir könnten auch ausrutschen oder rüber torkeln, weil die Bowle am Altjahrsabend zu gut geschmeckt hat. Nun, der Wunsch geht denn auch nicht auf das Verb «rutschen» zurück, sondern auf den jiddischen Begriff «Rosch», was «Anfang» (oder auch «Kopf») bedeutet. Also: einen guten Rosch, einen guten Anfang (im Neuen Jahr)!

Der Jahresbeginn wird in der hebräischen Sprache «Rosch ha Schana», also «Kopf des Jahres» genannt. Das Jiddische enthält mittelhochdeutsche, hebräische und slawische Elemente. Man wünschte sich zum Neuen Jahr «a gut Rosch», einen guten Anfang. Erst später wurde dieses Wort mit dem deutschen «Rutsch» (von «rutschen») überstülpt, und mit der Zeit vergass man einfach seine Herkunft.

Was wohl eher bekannt sein dürfte, warum der Altjahrstag Silvester genannt wird: Der geläufige Name für den letzten Tag im alten Jahr ist nach dem Tagesheiligen, Papst Silvester der Erste, benannt. Er starb am 31. Dezember des Jahres 335 in Rom. Zum Gedenken an ihn wurde der letzte Tag im Jahr nach seinem Sterbetag benannt. Und warum feiern wir gerade am 1. Januar Neujahr? Das war nicht immer so. Papst Innozenz XII. legte im Jahre 1691 fest, dass der 1. Januar der Neujahrstag sei. Früher feierten Christen den Neujahrstag am 6. Januar, später am 25. Dezember.

Heute noch heisst in den Alpen der 6. Januar «Grosses » oder «Hohes Neujahr». Denn für die Bergbauern beginnt erst jetzt das «richtige» Neujahr! Im römischen Kalender wurde der 1. Januar schon anno 46 v. Chr. offiziell zum Jahresbeginn erhoben. Viele Religionen feiern Neujahr an einem anderen Tag.
Manche haben sogar einen beweglichen Neujahrstag. Die Juden und der Islam nach Mondjahren, die Iraner nach Sonnenjahren. In China beginnt das neue Jahr zwischen Ende Januar und Ende Februar. Ihnen allen nun aber einen guten «Rosch» im Neuen Jahr und dass es ein Jahr Gottes sein möge, wie es Arno Pötzsch so eindrücklich dichtet:

Dein ist die Zeit
Dein ist das Jahr, dein ist
die Zeit, dein, Gott, ist alle
Ewigkeit.
Dein ist die Welt, auch wir
sind dein, kann keins hier
eines andern sein.
Dein ist der Tag und dein
ist die Nacht, dein, was versäumt,
dein, was vollbracht.
So gehen wir, Gott, aus dem,
was war, getrost hinein ins
neue Jahr, ins Jahr, dem du
dich neu verheisst, Gott Vater,
Sohn und Heil`ger Geist.


Mit den besten Segenswünschen für ein gutes Neues Jahr.
Pfr. Ulrich Bona
Bereitgestellt: 16.12.2019     Besuche: 46 Monat 
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