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Petra Rüdisüli

«Reformierte vom See besuchen Reformierte am Meer»

Ostfriesland-Reisegruppe der H2OT-Gemeinden<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>kirche-thalwil.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>559</div><div class='bid' style='display:none;'>6389</div><div class='usr' style='display:none;'>89</div>

Die Begegnungen mit den reformierten Gemeinden in Leer und Emden, darüber sind sich die 29 Gemeindeglieder aus Horgen, Hirzel, Oberrieden und Thalwil einig, bildeten einen Höhepunkt der H2OT-Gemeindereise nach Ostfriesland.
Mit der Deutschen Bahn reisten wir Anfang September nordwärts. In Köln besuchten wir en passant den imposanten Dom und staunten über das Bildprogramm und die gekonnte katholische Inszenierung der Heiligen.

Einem Gegenentwurf gleich zeichnet sich die Kirchenlandschaft Ostfrieslands aus. Reformierte Nüchternheit steht hier im Vordergrund. Früh konnte die Reformation im Grenzgebiet zu den Niederlanden Wurzeln schlagen.
Theologisch inspiriert von Zürich, Basel und Genf wurde der Calvinismus prägend für die weitere Ausgestaltung des kirchlichen Lebens. Unsere erste Station war die Stadt Leer, ein Hafenstädtchen
mit einer unversehrten Altstadt. Im Kirchenviertel befinden sich in unmittelbarer Nähe die reformierte Hauptkirche, eine lutherische, eine katholische und eine mennonitische Kirche. Konfessionelle
Toleranz ist insgesamt ein Markenzeichen in Ostfriesland. Spannend war der Austausch mit der reformierten Gemeinde, die uns zum Essen in den Gemeindesaal eingeladen hatte.

Auf der Exkursion in die Krummhörn besuchten wir einige, auf Waldhügeln errichtete,sehenswerte Dorfkirchen. In Rysum befindet sich gar die älteste Orgel Norddeutschlands, und in Pilsum steht im Chor der reformierten Kirche ein grosser Holztisch mit vielen Stühlen – eine sichtbare Einladung für Gemeinschaft und Gespräch. Auch die berühmten Leuchttürme in Campen (der höchste) und in Pilsum (der kleinste) liessen wir uns nicht entgehen, bevor wir in Emden ankamen.

Emden ist Reformationsstadt, sie wird auch als «Genf des Nordens» bezeichnet. Tausende von Glaubensflüchtlingen fanden hier willkommene Aufnahme. In der Grossen Kirche, der Moederkerk des
reformierten Protestantismus, die im zweiten Weltkrieg zerstört wurde, befindet sich heute die Johannes a Lasco Bibliothek. Auf dem Trümmerfeld der grossen Kirche wurde «in schweren Zeiten» im Jahre 1949 eine Notkirche errichtet.
Geld und Holz stellte die Berner Kirche zur Verfügung – aus der Notkirche wurde die «Schweizerkirche», mittlerweile seit 70 Jahren Versammlungsort der Gemeinde. Sie ist nach den Worten des damaligen Pfarrers Hermann ein «Denkmal einer über die Grenzen der Völker und Länder hinaus reichenden christlichen Bruderliebe». Hier besuchten wir den Gottesdienst – wir erlebten Gastfreundschaft, überbrachten Grussworte und tauschten Geschenke aus. Berührend war der anschliessende Kirchentee mit dem feinen Kuchenbuffet.

«Reformierte vom See besuchen Reformierte am Meer» – in der Schweizer Kirche wurde es konkret. Die Einladung für einen Gegenbesuch haben wir ausgesprochen, was wir jetzt schon aus Emden haben, ist das symbolische Bild mit dem «Schepken Christi».
Pfr. Jürg-Markus Meier
Bereitgestellt: 28.10.2019     Besuche: 39 Monat 
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