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Gerda Dillmann

Neujahrsmatinée "Tastenwirbel mit Akkordeon und Orgel"

Alexandre Jacques —  Thalwiler Konzerte<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>kirche-thalwil.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>161</div><div class='bid' style='display:none;'>6106</div><div class='usr' style='display:none;'>79</div>

Wenn sich Hand- und Kirchenorgel verbünden, erwartet man vermutlich Volkstümliches, oder ein Programm im Sinne «David gegen Goliath». Die Neujahrsmatinée am 2. Januar 2019 will die zwei ungleichen, aber dennoch wesensverwandten Instrumente von einer ganz anderen Seite zeigen.
Gerda Dillmann,
Als gleichwertige Partner stehen sich Akkordeon und Orgel gegenüber. Alexandre Jaques ist ein Spezialist der klassischen Musik auf dem Akkordeon. Er spielt von mittelalterlichen Werken bis in die Neuzeit alles, was die Knöpfe und Tasten seines Akkordeons hergeben. Zusammen mit Gerda Dillmann an den Thalwiler Orgeln wird er Werke aus vier Jahrhunderten von Thomas Tomkins (Renaissance), Johann Sebastian Bach (Barock), Wilhelm Friedemann Bach (Klassik), Rudolf Meyer (Moderne) interpretieren.

In J.S. Bachs Sinfonia aus der Kantate «Wir danken dir Gott, wir danken dir» übernimmt das Akkordeon den virtuosen Solopart (original für Orgel) und die Orgel schlüpft in die Rolle des Orchesters. Nahtlos schliessen aus Rudolf Meyers 2013 entstandener «Tangenziale» zwei Sätze an, die, wie der Name schon erahnen lässt, mit Elementen des Tangos spielen. Darin versteckt sich aber auch die Melodie von Psalm 138 «Mein ganzes Herz erhebet dich». Diese Originalkomposition für Orgel und Akkordeon, die Alexandre Jaques sogar zugeeignet ist, lässt die beiden Instrumente in einen humorvollen, verspielten Dialog treten und ist genau auf die Eigenschaften von Akkordeon und Orgel zugeschnitten.
Der älteste Bach-Sohn Wilhelm Friedemann schaffte es neben seinem musikalisch alles überstrahlenden Vater einen ganz eigenen Kompositionsstil zu entwickeln. In seinem Duetto, ursprünglich für zwei Cembali, ist der empfindsame Stil der frühen Klassik ganz zauberhaft zu hören. Die beiden Stimmen umranken sich elegant mit vielen kleinen Verzierungen wie ein zartes Geflecht aus jungen Kletterpflanzen.

Bevor wir noch einmal den Vater Bach zu Wort kommen lassen, wagen wir den Sprung in die Anfänge der Tastenmusik. Thomas Tomkins «A Fancy For Two To Play» ist eines der frühesten Werke für zwei Tastenspieler. Das ruhige Stück ist sechsstimmig gesetzt und die Kompositionsweise lässt darauf schliessen, dass dem Werk eine Fassung für Chor oder Streicherensemble zugrunde liegt.
J.S. Bach hat mit dem Konzert in C-Dur BWV 1080 ein Meisterwerk für zwei Cembali geschaffen. Das Konzert gibt es in einer Version für zwei Solisten und Orchester, aber auch für zwei Tastenspieler allein. Die beiden Stimmen sind absolut gleichberechtigt. Der sehr festliche Charakter des Werkes bildet einen würdevollen Schlusspunkt dieser Neujahrsmatinée.
Die beiden Musiker freuen sich auf zahlreiches Publikum und wünschen einen guten Start ins Neue Jahr!
Gerda Dillmann, Organistin


Bereitgestellt: 03.12.2018     Besuche: 30 Monat 
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