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Patricia Keller

Jugendtageslager 13.-17. August 2018

Flyer Jugendtageslager 2018 Kopie<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>kirche-thalwil.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>264</div><div class='bid' style='display:none;'>5826</div><div class='usr' style='display:none;'>99</div>

"Ich bin blind, aber ich sehe; ich bin taub, aber ich höre!“

Helen Keller, die wir im diesjährigen Jugendtageslager kennenlernten war taubblind.
Ihre Biografie ist unvorstellbar. Sie wurde als gesundes Baby geboren erkrankte mit 19 Monaten an einer Hirnhautentzündung und verlor Augenlicht und Gehör. Seitdem lebte sie in einer licht - und lautlosen Dunkelheit. Sie wusste nicht, was die Dinge um sie herum bedeuteten, und konnte sich kaum verständlich machen.
Patricia Keller,
Mit sieben Jahren erhielt Helen Keller in Anne Sullivan eine Lehrerin, die ihr den Zugang zur Welt eröffnete. Sie tippte die Bezeichnung von Dingen, die Helen berührte mittels eines Handalphabets in ihre Hände. Diese Kommunikation nennt man Lormen. Für Helen bedeutete dies «Licht ins Dunkel», ein Zugang zur Welt.

Helen Kellers Geschichte, ihr Mut, und ihr unerschütterlicher Glaube beeindruckte die 22 Jugendlichen und das Leiterteam des Jugendtageslagers sehr.

Wie ist es, nichts zu sehen oder nichts zu hören? Wie verändern sich Wahrnehmung und Verhalten? Ich bin sicher, dass nach den simulierten Situationen wie blind essen, Olympiade mit Hindernissen oder der Kommunikation ausschliesslich via Gebärdensprache, alle wieder froh waren, mit allen Sinnen den Alltag bewältigen zu können. Auch in der Freizeit lernten die Jugendlichen eifrig zu lormen und gängige Gebärden.
In den morgendlichen Inputs regte Monika Deuber zum Denken an und schuf Verbindungen zu Glaubensthemen, welche die Jugendlichen in ihrem eigenen Leben beschäftigen.

Besonders wertvoll sind in jedem Lager oder Weekend immer die spontanen Gespräche. So auch diesmal die Frage: «Glaubst du wirklich an Gott? Wie kann das sein, wenn du ihn weder siehst noch hörst?» Daraus entstehen dann spannende Diskussionen.
Vielleicht kann ich Gott nicht sehen, vielleicht kann ich Gott nicht hören, aber oft ist er anders erfahrbar. Helen Kellers Motto könnte hier weiterhelfen:
"Ich bin blind, aber ich sehe; ich bin taub, aber ich höre!“, oder wie Antoine de Saint -Exupéry sagt: „Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.»
Auch die jugendlichen HilfsleiterInnen zeigten mit ihrem Engagement im Jugendtageslager viel Herz. Schon im Vorfeld setzten sie sich mit der Geschichte von Helen Keller auseinander, übten das Handalphabet, überlegten sich zum Thema passende Spiele und führen sie im Lager mit den Teilnehmenden durch. Sie kauften für uns alle ein, kochten und putzten. Das Team wurde, passend zum Thema, zum Nachtessen in die «Blinde Kuh» eingeladen – ein tolles Erlebnis.

Ich wünsche mir sehr, dass die Eindrücke dieser Woche nachhaltig in jedem von uns bleiben. „Stark sein bedeutet nicht, nie zu fallen. Stark sein bedeutet, immer wieder aufzustehen.“

Patricia Keller
Bereitgestellt: 03.10.2018     Besuche: 15 Monat 
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