Aktuelle Berichte

Petra Rüdisüli

Le vent de l’Esprit – Orgelkonzert

Pfingsten_Taube_fliegt2 —  https://www.flickr.com/photos/zhrefch/17019450540/in/photolist-s2nzVZ-rVW6n5-sdw5Kg-rVX8Gq***https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>kirche-thalwil.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>512</div><div class='bid' style='display:none;'>5835</div><div class='usr' style='display:none;'>89</div>

Eine Woche nach Pfingsten weht der Geist gewaltig durch die Thalwiler Kirche. Neben pfingstlichen Orgelwerken von Olivier Messiaen und J.S. Bach interpretiert Gerda Dillmann zwei «Fugen über den Namen Bach» von Robert Schumann und Sätze aus Leoš Janáčeks Sinfonietta.
Gerda Dillmann,


Das letzte Thalwiler Konzert der aktuellen Saison widmet sich Werken, die von einem ganz besonderen Geist beseelt sind. Bei Bach und Messiaen ist es natürlich der Heilige Geist, der auf unterschiedliche Weise in Erscheinung tritt.

Der Titel von Robert Schumanns Fugen über den Namen Bach verrät bereits, von welchem Geist diese Stücke durchwoben sind. Leoš Janáčeks Musik strahlt etwas Unbändiges aus und strotzt vor Energie. Bisweilen beschwört sie unheimliche Dämonen herauf, um sich im nächsten Moment in entrückten Sphären zu verlieren, dann wieder ist sie ganz irdisch und handfest. Der Geist, der diese Musik beseelt, ist in jedem Fall gewaltig. Aus Olivier Messiaens Messe de la Pentecôte werden die Communion (Les oiseaux et les sources) und die Sortie (Le vent de l’Esprit) zu hören sein.
Wie der Titel der Communion verrät, sind darin verschiedene Vogelrufe zu hören, z.B. der Kuckuck, die Amsel und die Nachtigall. Auch in der Sortie sind Vogelrufe thematisch verarbeitet, aber im Gegensatz zur zarten Communion ist es ein wirklich allgewaltig heiliger Hauch, der über die Orgel fegt. Messiaen soll über die Messe de la Pentecôte gesagt haben, sie sei das Ergebnis von 20 Jahren Improvisationspraxis.

Ein weiterer Komponist, der Zeit seines Lebens auf der Orgel improvisiert hat, ist Leoš Janáček. Nur leider hat er uns von dieser Beschäftigung mit der Orgel herzlich wenig schriftlich hinterlassen. In
seiner Blütezeit im frühen 20. Jahrhundert ist ausser dem Orgelsolo aus der Glagolitischen Messe kein einziges Orgelwerk entstanden. Das erstaunt umso mehr, als er an seinem Wohn- und Wirkungsort Brünn eine Orgelschule gegründet und jahrzehntelang geleitet hat. Dafür merkt man seinen Orchesterwerken den Organisten durchaus an. Was ihn mit Messiaen verbindet, ist die Faszination und akribische Observation von Umgebungslauten. Bei Messiaen waren es die Vögel, bei Janáček die menschliche Stimme, also Sprachmelodien.
In seinen Skizzenbüchern hielt er unzählige Sätze und Rufe in Musik fest, aber auch alles Mögliche, was er unterwegs so vernahm: quietschende Wagen, prasselnder Regen, klappernde Pfannen etc. Diese vielen kleinen Aufzeichnungen sind wie Keimzellen für seine Werke.
Janáčeks Sinfonietta, aus der vier Sätze erklingen, beschreibt Stationen in der Stadt Brünn: die Burg, das Kloster, die Strasse, das Rathaus. Eine majestätische Fanfare eröffnet das Werk mit elf Trompeten,
zwei Tuben und zwei Pauken.
Die Thalwiler Kuhn-Orgel mit ihren vielen Zungenregistern (trompetenähnlich) eignet sich dafür hervorragend.
Gerda Dillmann, Organistin

Orgelkonzert
Gerda Dillmann
Ref. Kirche Thalwil
Sonntag, 27. Mai, 19.00 Uhr
Eintritt frei – Kollekte
Bereitgestellt: 17.05.2018     Besuche: 15 Monat 
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