Aktuelle Berichte

Monika Deuber

Tagebuch aus dem Kinderlager 2018 auf der Mörlialp, Thema Ria und das Piratengeheimnis

Wunsch-Ballons —  Donnerstag, 26. April 2018<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>kirche-thalwil.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>530</div><div class='bid' style='display:none;'>5805</div><div class='usr' style='display:none;'>33</div>

43 Primarschulkinder aus Thalwil und Umgebung, 8 motivierte JungleiterInnen und ein bewährtes Leiterteam mitsamt routinierten Köchinnen erlebten eine spannende Woche in den Bergen. Es war eine fröhliche, bunt gemischte Gruppe mit grossen und kleinen Kindern aus den verschiedensten Nationen, die hier ein echtes Miteinander übten.
Wir blicken auf eine wunderschöne Woche zurück und sind dankbar, dass wir ein unfallfreies und lässiges Lager mit vielen neuen Freundschaften erleben durften.
Monika Deuber,
Wir danken allen Kindern, dass die Woche so toll und abwechslungsreich geworden ist und den Eltern für Ihr Vertrauen, welches Sie dem Leitungsteam entgegengebracht haben. Herzlichen Dank! Wir haben die Woche mit Ihren Kindern sehr geniessen können.
Herzlichen Dank an Priska Calderoni, die jeden Abend den Blog mit aktuellen News gefüttert hat!

Samstag, 21. April 2018
Besammlung 13.00 Chilbiplatz Thalwil: Alles Material ist gepackt, Koffer verstaut, Abschied genommen, Plätze im Car und den Autos verteilt und los geht die Fahrt. Andre Meier steuert den Car mit sicherer Hand nach Giswil und von dort in millimetergenauer Massarbeit durch die engen Kurven auf die Mörlialp. Das Küchenteam hat mit Hilfe von Marco bereits alle Lebensmittel für die ganze Woche die vielen Treppen hoch ins Haus getragen und empfängt uns mit einem feinen Zvieri. Beim schönsten Wetter spielen wir draussen. Dann werden die Gruppen eingeteilt, die Zimmer und Betten bezogen, Schlafsäcke zugeordnet, die Umgebung erkundet und erste Freundschaften geschlossen.
Nach einem feinen Znacht - Spaghettiplausch - stellen sich die einzelnen Gruppen mit "Theaterli" vor, wir lernen die Lagerregeln kennen, singen und spielen.
Und schon ist Bedtime: Zähne putzen und ab ins Bett. Nach der Gutenachtgeschichte in der Gruppe ist Nachtruhe ... anfänglich theoretisch, aber nach erstaunlich kurzer Zeit ist es tatsächlich ruhig und alle Kinder schlafen friedlich.

Sonntag, 22. April
In den frühen Morgenstunden ist bereits reger Betrieb im Berghaus Mörlialp. Am Frühstücks-Tisch schaut noch manches Lagerkind mit kleinen Augen über den Tellerrand. Doch bei guter Stimmung und voller Freude über das schöne Frühlingswetter geniessen wir Zopf mit Nutella. Heute werden die Kinder mit ihren Ämtli vertraut gemacht und mancher staunt, wie viele Löffeli wir für ein Frühstück brauchen.
Ria, unsere Hauptfigur in der Lagergeschichte, feiert heute ihren Geburtstag. Sie freut sich ganz besonders auf das lang versprochene Geschenk ihres Vaters. Sie soll ihn bei einer seiner Fahrten mit dem Handelsschiff begleiten können. Sie teilt ihre Freude mit uns und zeigt, was es für ein Leben auf See so braucht. Die Kinder bauen Hütten und Schiffe, basteln Ferngläser oder bereiten in der Küche einen feinen Snack vor. Nach dem Mittagessen kommt es für Ria leider anders als erhofft. Ihr Vater scheint, sein Versprechen vergessen zu haben. Anstelle der Schiffsreise schenkt er seiner Tochter einen Affen, den er aus Brasilien mitgebracht hatte. Rias Enttäuschung ist natürlich gross. Sie kann sich mit dem Affen nicht so recht anfreunden und möchte ihn zurück nach Brasilien zu seiner Familie bringen. Sie überlegt sich einen Plan, wie sie sich am Hafen auf eines der Schiffe schleichen kann … Die Kinder verbringen den Nachmittag mit einem Stern OL. An verschiedenen Posten werden Geschicklichkeit, Mut, musikalische und künstlerische Fähigkeiten trainiert. Schliesslich wollen wir Ria auf das Schiff begleiten und gut darauf vorbereitet sein. Doch es ist nicht ganz einfach, denn ein Fischauge zu essen ist nicht jedermanns Sache. Deshalb sind alle froh, dass uns das Küchenteam in der Kombüse noch ein viel besseres Menü zum Nachtessen vorbereitet hat.
Nach dem Nachtessen geniessen wir das schöne Wetter bis zum letzten Sonnenstrahl. Wir machen ein Lagerfeuer, singen und spielen. Nach einem feinen Dessert heisst es für die jüngeren Kinder «ab in die Koje». Die grösseren dürfen sich gemeinsam mit Rias Freund Dick durch die Dunkelheit auf das Schiff schleichen. Unterwegs begegnen sie manch einer komischen Gestalt und hüpfenden Tieren. Zurück im Lagerhaus fallen alle erschöpft in ihre Betten.

Montag, 23. April

Unerkannt verbringen wir die Nacht auf dem Schiff als blinde Passagiere. Doch beim Morgenessen verkündet uns Dick, dass das Schiff nicht so aussieht, wie jenes von Rias Vater. Die beiden vermuten, dass wir irrtümlich auf dem falschen Schiff gelandet sind. Obwohl wir uns ruhig verhalten, entdecken und Klappe und Karl von der Schiffsmannschaft. Schnell wird uns klar, dass es sich bei den beiden Kerlen um Piraten handelt. Auf der Suche nach Rum entdecken die beiden Piraten Ria und Dick. Sie wollen die beiden einsperren, doch Ria und Dick überzeugen sie von unseren Fähigkeiten, auf dem Schiff richtig anpacken zu können. Klappe und Karl erteilen den beiden eine Menge Aufgaben: Deck schrubben, Kombüse putzen, Segel flicken etc. Damit wir uns alle die vielen Aufgaben merken können, bastelt jedes Kind eine eigene Pinwand.
Nach erledigter Arbeit und einer feinen Stärkung müssen Karl und Klappe gestehen, dass sie uns auf dem Schiff ganz gut einsetzen können. Vor allem weil sie das Schiff des grausamen Käpt’n Quaddelborst entern möchten und dabei jede Unterstützung brauchen können. Die Piraten stellen uns ein paar Aufgaben, welche wir in verschiedenen Gruppen meistern müssen, damit wir für den Überfall auf Quaddelborsts Mannschaft gewappnet sind. Von Sackhüpfen über «Eiertransport» oder Wanderdiktat, überall wollen die Piraten unser Können testen. Gerade zum richtigen Zeitpunkt haben wir unsere Aufgaben erledigt und können vor dem Regen wieder zurück auf unser Schiff flüchten.
Leider erwischt uns der Piraten Käpt'n Rotbart vor dem Nachtessen. Zur Überraschung von allen Kindern, Ria und Dick steckt hinter Käpt'n Rotbart Rias Vater Kapitän Lüttenlicht. Er erklärt uns den Grund seines Doppellebens.
Wir verbringen einen schönen Abend mit Gesellschaftsspielen und Singen. Bei Kerzenschein kommen wir bei einem stillen Abschluss langsam zur Ruhe.

Dienstag, 24. April
Heute dürfen Leiter und Kinder eine halbe Stunde länger schlafen. Manche Augen sind zwar immer noch klein, doch die Lautstärke beim Zmorgä ist schon recht intensiv. Nach dem Frühstück und der Gruppenstunde halten Ria und Dick auf dem Schiff Ausschau nach dem bösen Käpt’n Quaddelborst. In weiter Ferne kann Ria ein mächtiges Piratenschiff entdecken. Und tatsächlich schleicht vor dem Haus ein Pirat umher. Wir machen uns auf die Socken und teilen die Kinder in 4 verschiedene Gruppen auf. Sie versuchen im Team mit Materialen, welche sie am Kiosk «kaufen» können, das schönste Piratenschiff zu bauen. Doch nur wer seine Beute erfolgreich verteidigen kann, wird mit zusätzlichen Material für den Bau des Schiffes belohnt. Und nur ein stabiles Schiff hat im Kampf gegen Quaddelborst eine Chance.
Nach dem Mittagessen teilen uns Käpt’n Lüttenlicht und seine Mannschaft freudig mit, dass sie die Mannschaft von Quaddelborst im Schlaf überwältigen und seine Schätze an sich nehmen konnten. Sie möchten das Geld und Gold unter den Armen Leuten verteilen. Die Freude über den grossen Schatz wird leider getrübt, weil Käpt’n Quaddelborst in diesem Moment höchstpersönlich erscheint. Er nimmt Lüttenlichts Mannschaft fest und sperrt sie ein. Ria und Dick können kurz zuvor glücklicherweise flüchten. Auf einem kleinen Boot schippern sie auf weiter See und verlieren die Orientierung. Glücklicherweise treffen sie auf T-Bone, welchen ihnen Hilfe anbietet. Wir landen auf einer Insel und lernen überlebensnotwendige Sachen wie Feuer machen, Erste-Hilfe, Säbel schnitzen und Hütten bauen. Nach dem erlebnisreichen Nachmittag werden die Kinder am Abend mit einem Programm von den Jungleitern unterhalten. Gut vorbereitet und top motiviert bieten sie den Kindern einen spannenden und tollen Spiel- und Quizabend.

Mittwoch, 25. April
Heute Morgen wecken uns erneut Sonnenstrahlen und ein stahlblauer Himmel erwartet uns. Klar, dass wir den Tag draussen verbringen. T-Bone gibt uns einen Hinweis, wo wir Rias Vater und die Mannschaft finden können. Das Gefängnis befindet sich aber auf der anderen Seite der Insel. Gut ausgerüstet mit Wanderschuhe, Sonnenhut und Sonnencrème machen wir uns auf die Socken. Mit Totos Unterstützung können Ria und Dick Kapitän Lüttenlicht befreien und begleiten sie zurück zum Schiff.
Am schönen Merlisee bräteln wir unsere Würste und Bananen und vergnügen uns mit Spielen, Schwatzen, Sünnele und Frösche fangen. Zurück beim Lagerhaus basteln wir unseren Lagergegenstand fertig, machen Pingpong-Turniere, Spiele und bauen Hütten. Gegen Abend werden alle unter die Dusche geschickt. Das warme Wasser wird zwar knapp, doch es erscheinen alle frisch geduscht und in frischen Kleidern beim Abendessen. Nach dem Essen dürfen sich die Kinder vom anstrengenden Tag erholen. Beim Wellness Abend kommt jedes Kind auf seine Kosten. Manch eines der Kinder ist so erholt, dass es noch während der Gute-Nacht-Geschichte einnickt.

Donnerstag, 26. April
Noch ziemlich still ist es heute Morgen im Lagerhaus. Bis die Leiter mit unserem Piratenlied die Kinder wecken. Nach dem Frühstück verkündet uns Ria, dass sie zwar ihren Vater befreit haben, Quaddelborst aber immer noch alles Gold besitzt. Ria und Dick haben einen Plan: Sie fordern die Kinder auf, mit Darbietungen die Mannschaft von Quaddelborst zu überzeugen, dass unser Schiff die bessere Wahl wäre. Mit unseren Theater und dem gut einstudierten Piratentanz, lassen sich Quaddelborsts Piraten umstimmen und wir nehmen sie an Bord auf. Damit sie sich bei uns wohl fühlen, zeigen wir ihnen unsere Insel. Jedes Lagerkind erhält ein Startkapital, mit dem es sich die nächsten Stunden durchschlagen muss. Wer am Kiosk etwas kaufen möchte, muss sich zuerst Geld verdienen. Die mutigen verdienen ihr Geld beim Black Jack, andere beim Pingpongball blasen. Wer gar nichts mehr besitzt, muss bei der Talentshow antreten. Das Orakel beantwortet gegen ein Entgelt jede Frage und wer das Opfer einer schweren Krankheit wird, muss zuerst beim Sanitätsposten vorbei, um sich heilen zu lassen. Zum Schluss darf jedes Kind ein Luftballon mit einer persönlichen Dankes-Botschaft in den Himmel steigen lassen.
Anschliessend wird in Gruppen für den anstehenden Schlussabend geprobt. Die Teams haben den Auftrag erhalten, eine Vorschau eines Disneyfilms zu präsentieren. Nach dem Nachtessen startet bereits unser letzter Abend. Die Kinder treten in verschiedenen Wettbewerben gegeneinander und gegen zwei Leiterteams an. Mit viel Einsatz und Motivation gibt jedes einzelne Kind sein Bestes. Nach einem musikalischen Abschluss ist für die Kleinen unter uns Zeit für ins Bett und für die Grossen ist er endlich da: Der lang ersehnte Discoabend…

Freitag, 27. April
Am Morgen ist in den meisten Zimmern noch kein Mucks zu hören. In anderen dafür steht bereits der gepackte Koffer bereit. Aber spätestens, als die Leiter mit Pfannendeckel wecken, strecken alle die Köpfe aus dem Zimmer. Für viele Kinder kommt dann die erschreckende Nachricht: Vor dem Zmorgä müssen die Zimmer geräumt und die Koffer gepackt sein. Wer alles aus dem Haus geräumt hat, darf an den Frühstückstisch sitzen und sich für die bevorstehende Putzaktion stärken. Ria informiert uns noch, dass sie mit vereinten Kräften den gefährlichen Käpt’n Quaddelborst überwältigen und den Schatz an sich nehmen konnten. Das Gold wird Kapitän Lüttenlicht und seine Mannschaft nun an die Armen weitergeben.
Anschliessend werden die Kinder in ihren Gruppen auf die verschiedenen Stockwerke verteilt und hantieren über eine Stunde lang mit Staubsauger, Putzmittel, Besen und WC Bürsteli. Das Haus muss so sauber sein, wie wir es empfangen haben. Es gelingt uns, das Haus bis zum Mittag fertig zu putzen. Dank dem tollen Wetter können wir das Mittagessen draussen vor dem Haus geniessen und noch ein paar Lieder singen. Nach dem Mittag begeben wir uns auf die Heimreise. Um die Sonne und die letzten Lager Stunden richtig geniessen zu können, laufen wir einen Teil bis ins nächstgelegene kleine Dorf. Dort werden wir vom Carchauffeur aufgeladen und sicher nach Thalwil gebracht. Und dann müssen wir von einander Abschied nehmen. Schön, dass ihr alle da wart und wir hoffen, dass wir das eine oder andere Kind im nächsten Lager wiedersehen.
Bereitgestellt: 15.05.2018     
aktualisiert mit kirchenweb.ch