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Petra Rüdisüli

Die Stimme erheben – Gottesdienst mit Einsingen

Einsingen_20180403_160822-1<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>kirche-thalwil.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>512</div><div class='bid' style='display:none;'>5796</div><div class='usr' style='display:none;'>89</div>

«Eis singe um kei Pris, nei bhüetis nei - will si Hemmige hei». So sang schon Mani Matter. Manche Menschen haben Hemmungen, ihre Stimme zu erheben. Wo früher Singen selbstverständlich war, scheint es heute, als ob nur noch Profis den Mund öffnen dürften. Unzählige drängen in Castingshows, um dort ihre mehr oder minder grossen Kenntnisse oder Nachahmungsfähigkeiten zu präsentieren, daneben verkümmert das Singen im Alltag.
Gabriela Schöb,

Es gibt verschiedene Gründe dafür: Überall, wo man hinkommt, läuft bereits Musik. Da bleibt für spontan angestimmte Lieder wenig Raum. Es braucht ein gewisses Vertrauensverhältnis, um miteinander singen zu können, alle sollen Platz haben, die führenden Stimmen, aber auch diejenigen, die bloss einen Refrain mitbrummen. Wo wäre dies schöner möglich als im Gottesdienst, wo man sich durch Gesang aktiv einbringen kann, wo ein Gemeinschaftsgefühl entsteht zwischen den Leuten.
Oft bekomme ich zu hören, dass man halt lieber gar nicht, als falsch singe. Ein schlechtes Erlebnis,
ein abfälliger Kommentar in der Jugendzeit und schon verstummen Menschen für ihr ganzes Leben ... eigentlich schade.

Um dieser «Singhemmung» entgegen zu wirken, bieten wir ungefähr einmal im Monat ein Einsingen vor dem Gottesdienst an. Dort dürfen alle kommen,die Lust haben. Man braucht keine Kenntnisse, nur die Lust miteinzustimmen. Gelernt werden die Lieder, die danach im Gottesdienst erklingen: altes Liedgut, neues Repertoire, querbeet, was gerade ansteht.
Das einzige Ziel ist es, die Teilnehmenden zu befähigen, mit Lust und Freude einzustimmen, wenn dann im Gottesdienst die geübten Lieder gesungen werden. Oft wirken sich diese kleinen Einsinggruppen wie
«Lautsprecher» auf die ganze Gemeinde aus. Da die Leute nicht «auftreten», sondern sich danach einfach in die Bänke verteilen, fassen auch ihre Sitznachbarn mehr Mut und werden angesteckt von den sicheren Sängerinnen und Sängern, sodass am Schluss der ganze Gesang im Gottesdienst freudiger und mutiger klingt.
Gerne sind auch Sie beim nächsten Mal willkommen, ob Kind oder Erwachsener. Wie unser Pfarrer Arend Hoyer einst von den Orthodoxen berichtete, die sagen:
Wenn wir richtig singen, erfreuen wir Gott, wenn wir falsch singen, vertreiben wir die bösen Geister.
In diesem Sinne – stimmen Sie ein!
Das nächste Mal am 27. Mai 2018 um 9 Uhr in der Kirche.
Gabriela Schöb, Kantorin
Bereitgestellt: 26.04.2018     
aktualisiert mit kirchenweb.ch