Petra Rüdisüli

Erinnern ist Erneuern – Reformationsjubiläum

Reformationsjubiläum H2OT<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>kirche-thalwil.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>480</div><div class='bid' style='display:none;'>5494</div><div class='usr' style='display:none;'>89</div>

Vor 500 Jahren ereignete sich eine grosse Epochenzäsur des Christentums: die Reformation. Kurz nach Martin Luther in Wittenberg, begann Huldrych Zwingli ab Januar 1519 in Zürich mit der Erneuerung der Kirche. Das Reformationsjubiläum, das wir in Horgen, Hirzel, Oberrieden und Thalwil auch mit gemeinsamen Anlässen und Feiern begehen möchten, bietet einen willkommenen Anlass, an die Zürcher Reformation zu erinnern.
Jürg-Markus Meier,
Interessant ist an sich schon der historische Blick. Neuere Publikationen über den Reformator Zwingli helfen, das verstaubte Bild eines lustfeindlichen Puritaners zu entstauben. Zwingli selbst war ein fröhlicher Mensch und seine reformatorische Theologie ist geprägt von der Grundstimmung der Freude. Ein bekanntes Wort von ihm lautet: „Die Wahrheit hat ein fröhliches Angesicht.“
Von Interesse ist auch die Entwicklung von Zwingli zum Reformator. Wesentliche Impulse erhielt er durch die Begegnung mit dem Humanisten Erasmus von Rotterdam. Zwei reformierte Grundsätze finden sich schon bei ihm: „allein durch Christus“ und „allein durch die Schrift“. Die Bibel wurde später zum Kernanliegen von Zwingli. Denn allein die Bibel, Gottes Wort, soll der Massstab sein für das, was christlich genannt werden kann. Darum soll jeder selber die Bibel lesen können und für seinen Glauben ohne eine Zwischeninstanz verantwortlich sein. Wer glaubt ist frei - sagte Zwingli immer wieder.
Die Reformation ist ein historisches Ereignis, eine Epochenzäsur mit grosser Wirkung. Reformation ist aber noch mehr, sie ist eine Grundhaltung. Ein gern zitiertes Motto heisst: die reformierte Kirche müsse immer offen bleiben für Veränderungen.

Veränderungen - das ist ein Thema, das uns gegenwärtig beschäftigt. Gemeinsame Veranstaltungen und H2OT-Gottesdienste haben uns erleben lassen, dass kirchliches Leben an der Gemeindegrenze nicht Halt macht. Doch wie soll unsere Kirche der Zukunft aussehen?
Eine Antwort mit Tiefgang ergibt die Erinnerung an die Anfänge. Denn wer weiss, woher er kommt, weiss, wer er ist - und wer weiss, wer er ist, kann auch einen Plan entwerfen, wohin er geht. Das schützt vor Beliebigkeit und Anbiederung an den Zeitgeist, der ja bekanntlich schnell wieder ändern kann.
Erinnern ist Erneuern. Im Reformationsjubiläum möchten wir im Zeitraum von November 2017 bis November 2019 einige gemeinsame Akzente setzen und vor allem miteinander ins Gespräch kommen. Denn das Herzstück des kirchlichen Lebens sind Menschen, die die fröhliche Botschaft des Christentums leben und anderen vermitteln. Dazu bedarf es keiner dominanten Strukturen, sondern einer Kirche, die wir in grosser Freiheit und mit Freude gemeinsam gestalten.
Pfr. Jürg-Markus Meier
Bereitgestellt: 23.10.2017     
aktualisiert mit kirchenweb.ch