Petra Rüdisüli

50 Jahre Kirchgemeindehaus

KGH-Zeichnung aus Broschüre<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>kirche-thalwil.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>480</div><div class='bid' style='display:none;'>5392</div><div class='usr' style='display:none;'>89</div>

«Dieses Haus soll ein hilfreiches Zwischenglied sein zwischen der Kirche, die im Sonntagsgottesdienst alle zu gemeinsamem Hören und Beten sammelt, und den unzähligen verschiedenen Orten, an welchen wir als Christen, oft allein, zu stehen und uns zu bewähren haben.» schrieb Pfr. Hellmuth Oehler 1967 im Geleitwort der Einweihungsschrift für das Kirchgemeinde-haus.
Petra Rüdisüli,
Der Wunsch nach einem Kirchgemeindehaus kam schon zwischen den beiden Weltkriegen auf. Aber erst in den Kirchenpflegeprotokollen von 1952 wurde wieder darüber diskutiert. 1955 verhandelte die Kirchgemeinde über ein Stück Land an der Russistrasse mit etwa 900 m² für ein drittes Pfarrhaus. Wieder kam der Wunsch nach weiteren kirchlichen Räumen auf: drei Unterrichtsräume und ein Saal für 250 bis 300 Personen wurden als notwendig erachtet. Das hätte den Landbedarf allerdings auf etwa 2500 m² erhöht. Viele Gemeindeglieder sahen damals auch keine Notwendigkeit für kirchliche Räume, und so wurde Ende 1955 erst einmal der Kaufvertrag abgeschlossen.
Nachdem die Kirchenpflege sich rund ein Dutzend Kirchgemeindehäuser im Kanton Zürich angeschaut hatte, erstellte sie anfangs 1958 ein Raumprogramm: Nebst Pfarrhaus wollte sie nun einen Saal für rund 400 Personen, drei Unterrichtszimmer, einen Bastelraum sowie Zimmer für die Junge Kirche. Da die Arbeiten am Russiweg-Grundstück hierfür zu teuer geworden wären, wurde beschlossen, dort nur ein Pfarrhaus zu bauen und später ein Kirchgemeindehaus auf dem wesentlich grösseren Areal Frohbühl zu erstellen.
Denn ein Gutachten eines neutralen Architekten besagte, dass das alte Pfarrhaus Frohbühl abbruchreif war. So wurde mit verschiedenen Aktionen weiter Geld gesammelt und ein definitives Raumprogramm erarbeitet.
Zwischenzeitlich fragte der Gemeinderat an, ob sich das Restaurant «Zum Adler», zusammen mit einem neu zu erstellenden Saalanbau, als Kirchgemeindehaus eigne, da sonst der «Adler» - vom Heimatschutz als erhaltungswürdig betrachtet - einem Neubau Platz machen müsse. Schwerwiegende bauliche Mängel verhinderten dies jedoch.

1963 führt die Kirchenpflege schliesslich einen Projekt-Wettbewerb durch. Aus 46 eingereichten Projekten wurde dasjenige von Prof. Dr. William Dunkel und Walter Schindler zur weiteren Ausarbeitung ausgewählt. Um auch die Finanzierung zu sichern, wurde an der denkwürdigen Kirchgemeindeversammlung vom 22. Januar 1964 die Erhöhung des Steuerfusses um 3% auf 12% beantragt. Da mit dem neuen Kirchengesetz – seit drei Wochen in Kraft - erstmals auch Frauen abstimmen konnten, wurden 524 Stimmberechtigte gezählt! 407 sprachen sich für den Antrag aus. Das endgültige Projekt mit einem Kostenvoranschlag von 2 495 000 Franken wurde am 4. Juli 1965 mit einem knappen Mehr von etwa 300 Stimmen angenommen. Nicht jeder konnte sich mit den hohen Baukosten und der modernen Konzeption des Baus anfreunden.

Während früher Büros der Kirchgemeinde und ein Kindergarten untergebracht waren, und kirchliche Gruppen und Veranstaltungen die Räume belebten, sind heute alle Räume sehr gut ausgelastet durch Chöre, Selbsthilfegruppen, Unterricht, kirchliche Anlässe, private Mieter, Deutschkurse, Sitzungen, Lebensmittelabgabe etc.

So war 1986-88 ein erster Umbau mit Sanierung nötig, 1997 die Aussenfassade von Kirchgemeindehaus und Pfarrhaus erneuert. 2001 erfolgte eine grössere Innensanierung, bei der die heutige grosse Küche eingebaut wurde. Zudem bekam der Balkon einen Aufgang vom Saal her, denn ursprünglich gelangte man durch den heutigen Raum der Stille auf die Empore. Weiter erhielt der Zugang vom Hof statt der schweren Türen eine Schiebetür. Der Begegnungsraum nicht mehr vermietbar, sondern steht während den Öffnungszeiten allen Menschen offen, um andere Menschen zu treffen. Die Idee für einen Lift in den ersten Stock verwarf man aus ästhetischen Gründen. 2005 sanierte man schliesslich den Vorplatz. Der Teerweg zwischen den Pflastersteinen erleichtert Behinderten und älteren Leuten den Zugang. Seit 2016 ist das Dach des Kirchgemeindehauses auch mit einer Solaranlage ausgestattet.

Am 22. Oktober 2017 feiern wir einen Gottesdienst zu «50 Jahre Kirchgemeindehaus» - ausnahmsweise im Kirchgemeindehaus. Sie sind herzlich eingeladen!
zusammengetragen von Petra Rüdisüli, Kommunikation

Hier finden Sie die vollständige Einweihungsschrift Kirchgemeindehaus 1967.
Bereitgestellt: 29.09.2017     
aktualisiert mit kirchenweb.ch