Medienbericht vom 13. Juni 2017 der Evangelisch-reformierten Landeskirche des Kantons Zürich

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Das Kloster Kappel soll aufgewertet werden.
Die Synode der reformierten Landeskirche spricht sich für die Sanierung und den Umbau des Klosters Kappel aus. Das Bauvorhaben zur Aufwertung des Klosterareals mit Kosten von 3,07 Mio. Franken wurde nach reger Debatte mit 82 Ja- zu 10 Neinstimmen deutlich gutgeheissen. Zudem befürwortete die Kirchensynode drei Fusionen von Kirchgemeinden.
Arend Hoyer,
Im Zentrum der Synodesitzung stand das Bauvorhaben im Kloster Kappel, dem Bildungshaus der Zürcher Landeskirche. Der Kirchenrat beantragte der Kirchensynode einen Kredit über 3,07 Mio. Franken für die Aufwertung des Klosterareals. Diese beinhaltet, dass aus den achtziger Jahren stammende Flachdach über der Küche zu sanieren, eine Terrasse mit 80 Sitzplätzen zu erstellen und das Gartenkonzept neu zu fassen.
Die Bauvorhaben erfolgen in Abstimmung auf das im Jahr 2011 lancierte Gesamtprojekt «Revitalisierung und Entwicklung Kloster Kappel». Dieses zielt auf eine Neuorganisation der gesamten Anlage und beinhaltet eine Wiederbelebung der Klostergärten. Da der Verein Kloster Kappel – bestehend aus den 13 Kirchgemeinden des Bezirks Affoltern sowie der Zürcher Landeskirche – als Eigentümer das ganze Projekt nicht allein stemmen kann, wird er den kantonalen Lotteriefonds bis Ende Jahr um Unterstützung in Höhe von 12 Mio. Franken ersuchen.

Der Synode werde das Messer an den Hals gesetzt, sagte anfänglich Gerold Gassmann, Winterthur Mattenbach, Präsident der vorberatenden Kommission, hinsichtlich der Komplexität der Vorlage und des Minderheitsantrags von Hans Rüttimann, Rickenbach. Dieser knüpfte die Genehmigung des Bauvorhabens an den Vorbehalt, dass der Verein Kloster Kappel zustimme und gleichzeitig das Revitalisierungsprojekt zustande komme. Ohne letzteres sei das landeskirchliche Projekt unverantwortlich, argumentierte Rüttimann. Zudem könne die Sanierung des Flachdachs notfalls auch als gebundene Ausgaben allein getätigt werden.

Attraktivität der Anlage stärken
Margrit Hugentobler, Präsidentin der Finanzkommission, räumte ein, das Projekt sei in der Tat hochkomplex und zeitintensiv, insgesamt jedoch überzeugend. Die Frage, ob die Investition der nachhaltigen Ertragssicherung der Anlage diene, könne die Finanzkommission nach gründlicher Abklärung bejahen. Auch Kirchenrätin Katharina Kull sprach von einer einmaligen Chance, um die Attraktivität der Anlage im Sinn der Landeskirche langfristig zu stärken. Kull warnte gar, ein Nein würde das Gesamtvorhaben gefährden, da der Lotteriefonds eine Eigenleistung fordere. Ob der Kantonsrat diesen Betrag gutheisse, sei allerdings noch offen.

Im Namen der Liberalen lehnte Urs-Christoph Dieterle, Uster, den Minderheitsantrag ab, da der Lotteriefonds-Betrag in die Kompetenz des Kantons falle und die Planungssicherheit dadurch in Frage gestellt sei. Theddy Probst, Wildberg, zeigte sich angesichts der mit dem Projekt verbundenen Sachzwänge irritiert und fragte, ob die drei Millionen Franken nicht eher für Gemeindeaufbau statt Infrastruktur zu verwenden seien. Auch Matthias Reuter, Egg, kritisierte, der Kirchenrat lege «ein scheinbar nötiges Ganzes» vor und schlage einen grossen Bogen zum Lotteriefonds.

Hotellerie als Erfolgsmodell
In der Detailberatung fragte Dieter Graf, Richterswil, nach dem Verhältnis von Einnahmen und Ausgaben der Klosteranlage. Nach Auskunft von Kirchenrätin Kull ist das Kloster Kappel ein Erfolgsmodell, das im Jahr 2016 einen betrieblichen Ertrag von gut vier Mio. Franken erwirtschaftet hat. Daher sei es richtungsweisend, die Hotellerie auch künftig zu fördern. Manuel Amstutz, Zürich Industriequartier, nannte den Minderheitsantrag auf den ersten Blick sympathisch. Doch bei genauerem Hinsehen zeige sich, dass die Kirchensynode dadurch ihre Verantwortung abschiebe und Kappel im schlechtesten Fall – bei Ablehnung durch den Lotteriefonds ‒ weder das neue Dach noch die Gärten bekomme, also auf Feld eins zurückfalle.
Auch über die Gestaltung der Gärten, die Grösse der Terrasse und die Notwendigkeit von Pro Specie Rara wurde diskutiert. Einige emotionale Voten provozierte zudem die kurze Diskussion über die geplante Mauer. Schliesslich wurde der Minderheitsantrag mit 73 Nein zu 27 Ja bei 5 Enthaltungen abgelehnt. Das Bauvorhaben wurde mit 82 Ja gegen 10 Nein bei 13 Enthaltungen angenommen.
Der Verein Kloster Kappel als Eigentümer der Domäne und Bauherr hatte im Jahr 2011 das «Programm Revitalisierung und Entwicklung Kloster Kappel» mit dem Ziel lanciert, die Anlage angesichts des wachsenden Besucherstroms aufzuwerten und die Infrastruktur zu erneuern. Das aus einem Architekturwettbewerb als Sieger hervorgegangene Projekt «Intra Muros – Extra Muros» sieht vor, die Klosteranlage klarer zu gliedern und ihre Stellung in der Landschaft mit der Wiederherstellung der barocken Klostermauer im Norden und Nordosten zu unterstreichen. Im Süden soll vor dem Konventsgebäude ein Lustgarten mit Kräutern errichtet werden, im Südwesten ein Pro-Specia-Rara-Schaugarten.

Fusionen von Kirchgemeinden schaffen historische Kontinuität
Weiter hiess die Kirchensynode die drei geplanten Vereinigungen der Kirchgemeinden Horgen-Hirzel, Dübendorf-Schwerzenbach und Schönenberg-Hütten einstimmig gut. Die Fusionsvorhaben entsprechen dem Wunsch der beteiligten Kirchgemeinden und liegen auf der Linie, wie sie das Projekt KirchGemeindePlus verfolgt. Entsprechend hob Kirchenratspräsident Michel Müller hervor, dass Kooperationsvorhaben von Kirchgemeinden für andere Gemeinden vorbildlich wirkten und in die Gesellschaft ausstrahlten. Zudem schafften Fusionen geschichtliche Kontinuitäten, indem betreffende Gemeinden nicht selten in früheren Zeiten vereint gewesen seien. Im Fall von Horgen und Hirzel wurde die gemeinsame Zeit vor exakt 400 Jahren beendet. Dübendorf und Schwerzenbach bildeten bis ins Jahr 1970 eine einzige Gemeinde.
Müller hielt weiter fest, das Zusammengehen erlaube, personelle Ressourcen besser zu nutzen, etwa mit gegenseitigen Vertretungen im Pfarrteam. Im Fall der fusionierten Kirchgemeinde Schönenberg-Hütten teilt der Kirchenrat die Erwartung der Geschäftsprüfungskommission, dass diesem Schritt angesichts der noch immer kritischen Gemeindegrösse weitere Fusionen folgen dürften.



Bereitgestellt: 19.06.2017     Besuche: 13 Monat 
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