Kirche

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Kirche von 1159

Kirche und KGH aus der Luft

Kirche von 1847

Seit mindestens 850 Jahren steht auf dem Plattenfelsen ein weitherum sichtbares Gotteshaus. Von dort geniesst man einen fantastischen Blick über den See von Zürich bis Rapperswil. Und im Innern der Kirche versammeln sich Menschen zu ganz verschiedenen Anlässen im Leben Einzelner oder der ganzen Gemeinde.
Tarif- und Nutzungsordnung für Kirche und Kirchgemeindehaus der Evangelisch-reformierten Kirche Thalwil siehe Ordnungen und Reglemente

Die Tarif- und Nutzungsordnung wurde durch die Evangelisch-reformierte Kirchenpflege am 15. Juni 2009 genehmigt und tritt am 1. Januar 2010 in Kraft.

Tarifordnung für die Benützung der reformierten Kirche Thalwil siehe unten als Download unter Dokumente
Reservation Rufen Sie dem Sekretariat an unter der Nummer 044 720 84 90 oder senden Sie ein Mail an sekretariat@kirche-thalwil.ch.
Geschichte der Thalwiler reformierten Kirche Im Jahre 1159 wird zum ersten Mal eine Kirche in Thalwil ("tellowilare") urkundlich erwähnt. Sie gehört damit zu den ältesten Kirchgebäuden am See. Die Kirche war dem Heiligen Martin geweiht, wie andere Kirchen am Zürichsee (Ufenau, Meilen). Die Thalwiler Kirche steht auf einem Felsvorsprung, auf der sogenannten Platte, mit grossartiger Aussicht auf den See. Sie ist durch ihre exponierte Lage weitherum sichtbar, auch nachts, wenn sie am Wochenende oder im Advent beleuchtet ist.
War Thalwil ursprünglich als Bauerngemeinde eher dünn besiedelt, nahm seit der Industrialisierung die Bevölkerung derart zu, dass auch die Kirche allmählich zu klein wurde.

Dazu kommt, dass bis 1709 auch die Langnauer Bevölkerung zum Einzugsgebiet der Thalwiler Kirche gehörte. 1845 wurde die alte Kirche auf der Platte abgerissen, 1846 der Grundstein für die neue Kirche gelegt, die am 24.Oktober 1847 eingeweiht wurde. (Daher wird die Thalwiler „Kirchweih“ auch auf das Wochenende am oder nach dem 24.Okt. gelegt).
Für den Grundriss der neuen Kirche wählte man ein griechisches Kreuz mit stark verkürzten Armen. Die Kirche ist ein klassizistischer Bau mit ionischen Säulenkapitellen und einem schönen Mäander an der Decke. Sie bildet einen fast quadratischen Zentralraum und wird wegen der Bankanordnung als letzte grosse Zürcher Querkirche bezeichnet.

Am 19.Mai 1943 brannte die Kirche wegen Bauarbeiten im Turm bis auf die Grundmauern nieder, ein Ereignis, von dem bis heute in Thalwil gesprochen wird. Es wurde beschlossen, den Wiederaufbau auf dem selben Grundriss anzugehen, wenn auch der Kirchenraum gegen den Plattenplatz hin etwas erweitert wurde.

Am 14. April 1946 konnte die wieder aufgebaute Kirche eingeweiht werden. Sie hatte einen neuen Turmhelm mit Krone (Karls-Krone?) erhalten anstelle des alten grossmünsterähnlichen Helms. Dazu kamen eine neue grosse Orgel der Firma Kuhn/Männedorf, sowie Kirchenfenster des Zürcher Glasmalers Max Hunziker (die ersten des Künstlers, der 2001 100jährig geworden wäre; seine letzten sind in Meilen zu sehen).
Die fünf Glocken der Firma Rüetschi wiegen über 14 Tonnen, sind auf die Namen „Glaube“, „Liebe“, „Hoffnung", „Gerechtigkeit“ und "Friede" getauft und auf gis, h, cis, dis, fis gestimmt. Aus der alten Kirche von der 1845 stammt noch der Taufstein des Münchner Bildhauers Hautmann, der unter mutigem Einsatz aus der brennenden Kirche gerettet wurde. (Weitere Überreste der alten Kirche sind im Ortsmuseum zu besichtigen.)

1989-92 wurde die Kirche innen renoviert und erhielt ihre erste Orgel zurück, die im Jahr 1865 vom damals berühmten Orgelbauer Friedrich Haas erbaut wurde. So hat die Thalwiler Kirche zwei vollwertige Kirchenorgeln, die ihre je eigenen Klangfarben entfalten und entsprechend eingesetzt werden können.

Heute wird die Kirche natürlich vor allem als Gottesdienstraum benutzt, sonntags immer um 10.00 Uhr und manchmal auch am Sonntagabend. Ausserdem finden zahlreiche Konzerte der reformierten Konzertkommission, der örtlichen Musikvereine und vieler Gastveranstalter statt.
Mindestens einmal im Jahr ist die Kirche Schauplatz einer Gemeindeversammlung. So kommt es also öfters vor , als man gemeinhin meint, dass die Kirche ziemlich mit Leuten gefüllt ist, wenn auch nicht gerade mit den 900, die maximal Platz hätten!
Die Kuhn-Orgel Am 19. Mai 1943 brannte die Thalwiler Kirche. Bei diesem Brand wurde die Orgel, die 1913 von der Firma Goll Luzern gebaut worden war, völlig zerstört. Dank eines grosszügigen Legates von Dr. Wilhelm Dürsteler wurde bereits 1946 eine neue Orgel, gebaut von der Firma Kuhn in Männedorf mit 49 Registern und drei Transmissionen in der wieder aufgebauten Kirche eingeweiht. Der damals junge Organist Hans Vollenweider konnte seine persönlichen Wünsche in das Projekt einfliessen lassen. Die Orgel steht vorne im Kirchenschiff und besitzt ein offenes Gehäuse mit einem schlichten, eher nüchternen Prospekt. Die Kanzel ist in den Gesamtaufbau integriert.
Die Disposition der Orgel lehnt sich an das Vorbild des französischen Orgelbauers Cavaillé-Coll an und besitzt im wesentlichen sämtliche wichtigen Register dieses Typus. Aufgebaut in Hauptwerk, Positiv und Schwellwerk erlaubt sie eine gültige Interpretation der französisch- romantischen Orgelmusik, eignet sich aber dank heller Mixturen auch für Musik des Barock. Die Traktur ist mechanisch mit einer dazwischen geschalteten Barker- Maschine, was für das Jahr 1946 eine grosse Neuigkeit war. Vier freie Kombinationen, Zungen- und Mixturen-Absteller für jedes Manual sowie ein Crescendotritt wurden als pneumatische Registrierhilfen eingebaut (diese funktionieren bis zum heutigen Tag nach 60 Jahren ziemlich einwandfrei!) Die Orgel wurde Anfang der Fünfzigerjahre von vielen bekannten Persönlichkeiten aufgesucht. So spielte beispielsweise Anton Heiller auf diesem Instrument eine Schallplatte mit Werken von Bach ein.
Bekannte Organisten an dieser bedeutenden Orgel waren Hans Vollenweider und von 1970 bis 2010 Monika Henking. Seit April 2010 wirkt Gerda Dillmann. Mit einer regen liturgischen und konzertanten Tätigkeit nimmt dieses Instrument in der Kirchgemeinde einen wichtigen Stellenwert ein. Die Orgel wurde während der 60 Jahren ihres Bestehens nie wesentlich verändert und weist im Wesentlichen das originale Klangbild auf. Sie ist heute eine der wenigen Zeugnisse schweizerischen Orgelbaus aus jener Zeit mit einer hervorragenden Qualität und vielseitigster Verwendungsmöglichkeit.

Seit dem Wiedereinbau der Haas-Orgel von 1865 im Jahr 1992 auf der Westempore der Kirche, finden regelmässig Konzerte für zwei Orgeln statt. Diese Möglichkeit, mit zwei grossen Instrumenten im Dialog zu musizieren, gibt es wohl in ähnlicher Art an nur sehr wenigen Orten.

Disposition der Kuhn-Orgel:
I. Hauptwerk C - g '''
1. Principal 16 '
2. Quintatön 16 '
3. Principal 8 '
4. Hohlflöte 8 '
5. Gemshorn 8 '
6. Octav 4 '
7. Rohrflöte 4 '
8. Octav 2 '
9. Mixtur major 5-7f. 2 '
10. Mixtur minor 4f. 1 '
11. Cornet 5f. 8 '
12. Trompete 8 '
13. Clairon 4 ' II. Positiv C - g '''
1. Suavial 8 '
2. Gedackt 8 '
3. Quintatön 8 '
4. Principal 4 '
5. Ged.flöte 4 '
6. Waldflöte 2 '
7. Larigot 1 1/3 '
8. Sesquialtera 2f. 2 2/3 '
9. Mixtur 4f. 1 '
10. Zimbel 4f. 1/3 '
11. Krummhorn 8 '
III. Schwellwerk C - g '''
1. Gedackt 16 '
2. Principal 8 '
3. Rohrflöte 8 '
4. Salicional 8 '
5. Unda maris 8 '
6. Octav 4 '
7. Hohlflöte 4 '
8. Quinte 2 2/3 '
9. Nachthorn 2 '
10. Mixtur 4-6f. 1 1/3 '
11. Scharf 4f. 1/2 '
12. Trompette harmonique 8 '
13. Oboe 8 '
14. Clairon harmonique 4 '
Tremulant P. Pedal C - f '
1. Principalbass 16 '
2. Subbass 16 '
3. Gedacktbass  16 '
4. Principal 8 '
5. Spitzflöte 8 '
6. Gedackt  8 '
7. Octav 4 '
8. Gedackt  4 '
9. Rohrflöte 2 '
10. Mixtur 3f. 4 '
11. Mixtur 5f. 2 '
12. Posaune 16 '
13. Zinke 8 '
14. Corno 4 '
 Transmission aus Gedackt 16 ' Schwellwerk
Koppeln II-I, III-I, III-II, I-P, II-P, III-P
Traktur mechanisch mit Barker, Registratur pneumatisch
4 Freie Kombinationen A, B, C, D
Forte, Tutti, Einzel-Kombination D für jedes Manual und Pedal
Diverse Absteller

Crecendo- und Schwelltritt
Erbaut 1946 durch Orgelbau Th. Kuhn AG, Männedorf
Die Haas-Orgel 1865 Bau der ersten Orgel durch Friedrich Haas. Die heutige Disposition entspricht der Originaldisposition von Haas.
1902 Umfassende Erweiterungen durch Theodor Kuhn, Männedorf. Die
Disposition wurde erweitert, ein Tremulant und ein Schwellwerk
eingebaut, die mechanische durch eine pneumatische Traktur ersetzt und ein neuer Spieltisch erstellt.
1913-1914 erstellt Karl Goll, als Nachfolger von Haas, eine neue dreimanualige Orgel mit 40 Registern. Die Haas-Orgel wurde abgebaut, es wurden jedoch keine Teile davon in der neuen Orgel verwendet.
1914 Die alte Haas/Kuhn-Orgel wird von der Kath. Kirchgemeinde Bülach ZH gekauft. Beim Aufbau in Bülach wurde die Disposition nochmals erweitert.
1943 Ein Brand zerstört die Ref. Kirche in Thalwil bis auf die Grundmauern und auch die neue Goll-Orgel wird ein Raub der Flammen.
1946 In der wieder aufgebauten Kirche baut Kuhn eine neue Orgel mit 49 Registern.
1988 Die Kath. Kirchgemeinde Bülach entscheidet sich für eine neue Orgel.
Bei einer Untersuchung der alten "Bülcher" Orgel stellt sich heraus, dass es sich um die aus Thalwil stammende Haas-Orgel handelt. Die Ref. Kirchgemeinde Thalwil erklärte sich bereit, dieses Instrument wieder zu übernehmen und als zweite Orgel in der Ref. Kirche auf der Empore aufzubauen.
1989 Rekonstruktion des Zustandes von 1865 durch Thomas Itten, Sulz AG.
Da die meisten Originalteile, inkl. Gehäuse und Pfeifenmaterial, von Haas noch vorhanden waren, mussten nur die späteren Ergänzungen entfernt werden. Fehlende Teile wurden anhand der hinterlassenen und bei der Firma Goll noch vorhandenen Werkstattbücher und anderer Quellen rekonstruiert. Der Spieltisch wurde gemäss Gehäuseplan und Vorbildern von anderen Haas-Orgeln neu erstellt.
Ursprünglich stand die Orgel direkt an der Rückwand und ragte zum Teil in die Nische des mittleren Emporenfensters hinein. Da die neue Empore tiefer ist als die frühere, abgebrannte Empore, wurde die Orgel aus klanglichen Gründen weiter nach vorne gerückt. Um den ursprünglichen Klangcharakter unverfälscht zu erhalten, erhielt die Orgel eine Rückwand aus mineralischem Material und auch die Nische des Emporenfensters wurde in der Rückwand nachgebildet.
Bei dieser Orgel handelt es sich nach heutigem Wissen um das letzte von Haas gebaute Instrument und auch um die einzige Haas-Orgel, die in allen wesentlichen Teilen erhalten geblieben ist.
(Infos: Frau Monika Henking, Organistin, Thalwil)
(© - Orgelverzeichnis Schweiz) Die Friedrich-Haas-Orgel in der ref. Kirche Thalwil

Erbaut 1865 durch Friedrich Haas
Restauriert 1989-1992 durch Thomas Itten, Sulz/Laufenburg
Beratung Urs Fischer/Peter Baumgartner

I Manual C–f3
Bordun 16’ 1865
Principal 8’ 1865
Bordun 8’ 1865
Flöte 8’ 1865
Viola di Gamba 8’ 1841
Dolce 8’ 1865
Flöte 4’ 1865
Octave 4’ 1865
Octave 2’ 1865
Mixtur 1865

II Manual C-f3
Flöte 8’ Transmission
Viola di Gamba 8’ Transmission
Dolce 8’ Transmission
Flöte 4’ Transmission
Physharmonika 16’ neu
Physharmonika 8’ neu

Pedal C-c1
Subbass 16’ 1865
Flöte 8’ 1865
Violoncell 8’ neu
Trompete 8’ vor 1865

Pedal-Koppel, Calcanten-Wecker, Schwelltritt für Physharmonika, Winddruck 60 mm WS ,
Stimmtonhöhe 435 Hz, Kegelladen, separate Laden für die beiden Physharmonikas, Mechanische Spiel- und Registertraktur.
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Dokumente

BG-Abgebrannte Kirche
BG-Kirche brennt
KGH von oben
Das reformierte Kirchgemeindehaus ist wie eine Arche im Häusermeer.
BG-Abgebrannte Kirche BG-Kirche brennt Das reformierte Kirchgemeindehaus ist wie eine Arche im Häusermeer.
Kirche von 1159
Kirche von 1847
Kirche von 1947
Kirche von 1159 Kirche von 1847 Kirche von 1947
Kirche und KGH aus der Luft
Kirchweih
beide Thalwiler Kirchtürme
Kirche und KGH aus der Luft Kirchweih beide Thalwiler Kirchtürme
Kirchturmkugel
Kirchturmaussicht
Thalwil im Herbst
Kirchturmkugel Kirchturmaussicht Thalwil im Herbst


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